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Chäschpu, Balz & Meuch

Rhaban Straumann hat das Theaterstück auch noch in einen «Lauftext» gefasst.
Viel Spass beim Lesen.

Drü Manne, drü ehemaligi Herre
der eint verlumpt, de ander hets Hömli duss und de letscht esch unrasiert
drü Manne hocke ufemene Bänkli
jedes Johr zur gliche Zyt
igwicklet ine alti Wulledechi.

Irgendwie würke si zfride die drü Manne
obwohl si usgsei wie Opfer vonere Krise, enere grosse.
Vilicht hei si ändlich e sinnvolli Ufgab gfunde
amene Ort wie do – es chönnti do si

Du Balz? Frogt de Chäschpu, de eint vo dene drü
Kennsch Gschicht mitem Natel?
Welles Natel? Frogt diese, de Balz           
Dänk das vo däm Chind, seit dr Chäschpu
Ond de Balz frogt, bisch meschugge oder was?

Hä! Seit de Chäschpu
Öb de spinnsch, frogi, seit de Balz
Worum?
E bi de jo au drbi gsi, seit de Balz, ond de Meuch öbrigens ou.
Dä seit nume, soso.
Ond was heisst jetz das, frogt de Balz
ond de Meuch seit, nünüt.
Guet.

Ond de isch schtöu.

Irgendeinisch frogt de Chäschpu, wie goht’s ächt däm Chind?
Weiss nid, seit de Balz ond de Chäschpu:
E wür das Chind gärn weder einisch träffe.
Ärnschthaft? frogt de Balz ond de Chäschpu:
Eh jo, me trifft nid jede Tag en Ängu;
öbrigens, es isch gar noni lang här sithär.
Sit wenn? Frogt de Balz ond de Chäschpu:
Eh jo, sit denn.
Jo. Aber wenn isch denn?
Denn isch, wo mir das Chind troffe hei.
Vorhär isch es eus guet gange… und nochhär no vöu besser.
De Meuch seit nume:            Soso.

Vorhär bisch du Meuch en supergschide Profässer gsi, ond de Balz en Gott in Wiss,
erklärt de Chäschpu
Arzt, korrigiert de Balz
ond de Chäschpu seit schtolz:
Und ich bi en mehrfache Verwaltigsrotspräsidänt gsi.
Und was simmer nochhär? frogt de Balz
Nochhär simmer so wie jetz;
worum, das chunnt am Schluss,
seit de Chäschpu und de Meuch meint:
Soso.

De Chäschpu seit:
Zwüschem Vorhär und em Nochhär hemmer äbe das Chind könneglehrt.
Läck, isch das kompliziert, schüttlet de Balz de Chopf
Aber de Chäschpu frogt: Masch di no bsinne?
De Balz schnuuft töif:
Das Böud goht nie ewäg. E ha das Chind immer vor Ouge.
Wiene Ängu, seit de Meuch
ond die andere Zwöi: Soso.

Damals si die drü Herre au ufemene Bänkli ghocket
eifach ufemene tüüre ond schigge Bänkli.
Es isch so chli komisch’s Liecht gsi
so Näbu mit Sunneschtrahle dedur.
Ufsmol tönt es SMS ond
alli Drü luege ufem eigene Natel noche...
do chunnt plötzlich es Chind usem Näbu
ond list es Natel vom Bode uf.

Es isch e König gebore, schtoht döt.
E König...

s’Chind goht uf d’Lüt zue und seit
Tschuldigung.
Ke Zyt, chunnt zur Antwort.
Tschuldigung.
Lo mi in Rueh! tönt’s.
Tschuldigung… frogt s’Chind de Nöchscht, heiter gschnäu Zyt?
Ond dä: E wott nüt chaufe, nüt ungerschribe, nit zuelose, nit diskutiere, nit nüt…
Aber… seit s’Chind
Nüt «aber»! schreit Disse ond zieht d’Hand uf.

Scho sis es paar Lüt, wo um s’Chind umeschtöi und dr eint seit: s’nützt nüt.
Gang hei zum Mami, seit disse.
Aber… s’Chind holt Luft: Es isch en König gebore.

E Drüergruppe vo schtämmige Manne findets bsunders luschtig ond dr erscht rueft:
Verzöu das dr Glücksposcht!
De Zwöit gröhlt: E König! Mir si Demokrate, ächti – Demokrate. Bi üs gits ke König.
Ond dr Erscht: Es het no nie Eine gäh!
Ond de Letscht goht ganz nöch zum Chind häre und seit:
Mer göi zwar nie go abstimme, aber Demokrate simmer, jawoll.
Goof, du tröimsch, seit de letscht ond de göi si.

Aber e ha das doch nid erfunde…
seit s’Chind – meh för sich elei
wöu die einte Lüt d’Wärmi inere Beiz sueche
ond die andere e grosse Boge um das Chind mache

Niemmer het däm Chind welle zuelose, erinneret sich de Balz
Niemmer, seit de Meuch.
Ond de Chäschpu philosophiert:
Ame schpöut’s haut ke Rolle, öb d’Schtrosse läär si oder voller Lüt;
Mönsche het’s so oder so keni.
Das isch en herti Landig gsi, fasst de Balz zäme.
Jo hert...

Nachere Pause frogt de Balz        plötzlich:
Kenneter de Unterschid zwüsche ere grosse Stadt und emene änge Tal?
Die andere Zwöi luege sich lang a ond de Chäschpu frogt:
Goht’s um’s Gäud?
Nei, seit de Balz, im Tal gsehsch wenigschtens no d’Schtärne.
Soso, seit de Meuch und brummlet witer:
Zrugg zur Gschicht.
wöu’s scho spot gsi isch, isch das Chind damals vomene Polizischt ufghaute worde

Dä rüeft: He! Du do!
s’Chind verschrickt eso, dasses gar nüt cha säge
Bisch abghaue?! – Wo si dini Eutere? Hä!
s’Chind luegt de Polizischt nume mit grosse Ouge a, als hätts no nie e Polizischt gseh
Hesch en Uswis! Das Natel do isch sicher klaut.
s’Chind bringt s’Muul eifach nid uf...
Chasch öberhaupt tütsch, du chlini Schmarotzer!
Oder simmer öppe e Sonpappir!
Langsam chöme im Chind Träne...
Aha, ertappt! – Jetz mach öppe dini Schnorre uf,
süsch gits eis hinter d’Löffu!

Us luuter Angscht packt s’Chind sini zwöi Bei zäme ond seklet devo...
Hee! Schreit de Polizischt ond brummlet:
e has doch gwüsst! De nimmt är sis Funkgrät vüre ond:
Zentrale?
E bis, Christ Vittorio.
E ha wider sone Sonpappir. Schick mer doch none Patrouille.

De rönnt de Polizischt im Chind hinde noche.
d’Verfolgisgjagd goht dur Gasse links ond rächts
ond irgendeinisch zrugg ufe Platz mit eusne drü Manne ufem Bänkli.
Wo de Polizischt chunnt, gseht är kes Chind, nume die drü Manne:

Mörgeli die Herre! seit er,
Ech verfolge sone Sündefall uf zwöi Bei.
Isch euch sone verdächtige Lump ufgfaue?

Chäschpu, Balz & Meuch schüttle nume de Chopf...
Jänu, seit de Polizischt,
es wird jo gnueg chaut hüt z’Nacht. Nid wohr. Hähähähä.
Uf wederluege mitnand.

De Polizischt zückt bim devo loufe weder sis Funkgrät...
Zentrale?
Christ no einisch. Chasch Patrouille weder hei schicke.
Fählalarm. Hähähähä..
Ond wäg isch er...

De bückt sich de Chäschpu plötzlich ond grinst unders Bänkli:
He du Sündefall, chasch fürecho, seit er.
Fählalarm, schüttle de Meuch ond de Balz de Chopf, tss

s’Chind chrücht dankbar underem Bänkli vüre ond putzt sich Kleider ab.
Was hesch verbroche, Meitschi? frogt de Balz
ond s’Chind seit, e ha nes Natel gfunde.

Die drü Manne fönd a lache...
Aber s’Chind seit, es isch en König gebore.

Die drü lache no meh…
Ond irgendeinisch seit de Meuch, soso.
Würkli, seit s’Chind
Jojo, seit de Meuch ond s’Chind strecktem s’Natel under d’Nase:
Lis doch.

De Meuch nimmt’s ond list:
Es isch en König gebore. – Gruss Mätthu.
Das cha jo vo jedem cho, proletet de Chäschpu
Äbe, seit de Meuch ganz ruhig ond de Chäschpu frogt:
Wie meinsch das?
De Meuch aber frogt s’Chind:
Und? Was wottsch jetz mache?
Höufet der mer sueche? frogt s’Chind
Ond de Balz: Was?
Ond de Meuch: Wo?
Mir möi nume im Stärn fouge, seit s’Chind...

Nume im Stärn fouge. Nume im Stärn fouge, proletet de Chäschpu weder, e fouge nie!
Werum nid, frogt de Meuch.

Ond de Chäschpu verdreit d’Ouge ond seit: Ech gloub ich tröim.
Probiers doch emol, seit druf de Meuch
Was?
Äbe: tröime.
Ech gloub ich spinn, rüeft de Chäschpu us ond de Meuch grinst:
Jetz chunnsch dere Sach scho nes Schrittli nöcher.
Balz, bisch debi? Frogt er de Dritt
Aber dä weiss nid rächt...

Balz, schtöu dr vor, du wärsch öpper bsundrigs…chüschelet de Meuch
Ond de Balz seit schtrahlend: Mach witer, Meuch.
Miuch? Frogt s’Chind
Meuch, seit de Meuch
Sorry, seit s’Chind
Kes Problem, meint de Meuch

Auso Balz. Los zue:
Schtöu dr vor, du läbsch imene Europa,
wo vo Nordafrika bis Belgie ond vo Ängland bis Syrie goht.
Und aues, aues was nid militärisch eroberet isch,
schtoht dure Handel und Völkerwanderig under römischem Ifluss.
Und dä schtoht kulturell under griechischem Ifluss, mäldet sich de Chäschpu zrugg.
Isch das so wichtig, frogt s’Chind e chli gnärvt ond de Meuch seit:
Weisch, för eus scho. De chömmer’s eus besser vorschtöue.

Und wöu’s neui Schtüre sött gäh, git’s e Volkszählig för ganz Europa,
dopplet de Chäschpu no hindenoche      
Richtig, seit de Meuch
Gömmer, stürmt s’Chind.

Die drü Manne schtöi uf, legge d’Wulledechi zäme ond töi si unders Bänkli
Före nöchscht, seit de Meuch.
Ond de göi si.

Irgendeinisch jommeret de Chäschpu:
E chume mir irgendwie so blut vor.
s’Chind luegtne a ond seit: E chli 0-8-15 haut.
Findsch? frogt de Balz
Scho no, seit s’Chind.

E chli aschtändigi Chleider wäre no schön, macht de Balz witer
Ond de Chäschpu rüeft us:
E tue doch nid theäterle!
Wenn de dra glaubsch, isch es nüm theäterle, beruhigtne de Meuch
Ond s’Chind frogt gnärvt:
Heidder süsch no Wünsch?
Chrone, Mantel, Zepter, ... das isch gloubs alles, seit de Balz.

s’Chind seit nume:
e Chrone macht no ke König
ond lauft zügig vorus.
Die drü Manne chüche hindedri.

Wie wyt esch es noh, jommeret de Chäschpu irgendeinisch
Öppe e Haubschtund, seit s’Chind.
Wo isch dä Schtärn öberhaupt? frogt de Balz
s’Chind zeigt ufe und seit:
Lueg.
Wow, stuune die drü Manne und de Chäschpu frogt:
Ond was isch das förne Schtärn?
s’Chind verdreit weder einisch d’Ouge ond dänkt:
Läck si die müehsam ond seit:
Das esch dänk wie TschiPiEs!

De sisi lang underwägs.
So lang bis si s’Gfühl för Zyt ond Ort verlore hei.
Si chöme id Hauptstadt ond es zieht si zum Palascht
wöu de Mönsch haut döt gärn öppis git, wo’s eh scho vöu het,
wöu er dänkt, är wärdi eso wichtiger.
s’Chind wett eigentlich witer zieh,
im Schtärn noche,
aber die drü Herre gloube, si sige ir Hauptstadt am richtige Ort

Stooopp!
Plötzlich wärde si ufghaute vomene Maa,
wo bsunders fescht s’Gfühl het, är sigi schurig wichtig,
wichtiger als die andere drü zäme
sone Maa, wo zom Bischpöu Chinder gar nid gseht
usser wenn er Angscht het oder Liebi brucht.

Jo bitte? froge Chäschpu, Balz ond Meuch
Edli Herre! hüchlet dise
Ond s’Chind dänkt:
Uuuh, jetz möi si aber guet ufpasse!
Si si scho mängisch gnueg dri gheit.

De Chäschpu drängt sich vüre ond versuecht en Afang
Herr äh…
Odes der Grosse, seit disse,
Vater der Herodes’ Antipas, Archelaus und Philippus,
Grossvater des Herodes Agrippa und nid eifach Herodes;
nur damit das scho mau klärt isch.

De Chäschpu gits sich beidruckt ond schtöut s’Reisegrüppli vor
Chaspar, Melchior und Balthasar, Schicksalsgmeinschaft.
Mir chöme vo wit här, us Oscht, Süd ond Wescht, aber friedlich.
Usnahmswis, murmlet de Meuch
ond de Herodes            schliimet witer
Was verschafft mir d’Ehr,
drü so wit greisti ond wichtige Manne chönne z’empfange?

Chäschpu, Balz ond Meuch schtöue ihri Bruscht
ond s’Chind verzwiflet
jedes Johr s’gliche Spili... die si so dumm.

Die drü Manne sueche ratlos nach Wort
Ähm, mer…
Schönschön, seit de Herodes,
Es wär mir en bsunderi Freud,
euch i euem Unterfange chönne z’unterschtütze.
Ihr höchschtberuefene Manne.

Dur das Komplimänt wachse die drü Manne
öber ihri Glatze us ond
s’Chind dänkt truurig,
chum bringtme dene Manne de Schmus, wärde si weich.

Chum het s’Chind das dänkt, plauderet de Chäschpu los:
Es isch e neue König gebore – worde,
e König, wo allne friedlich Fride bringt.
En Fridensfürscht, ergänzt de Balz.
Ond de Chäschpu dopplet noche:
Es entschtoht sones neus Rich. Schtoht gschribe.
So schtoht’s i de Schtärne, bhouptet de Meuch
Wie? frogt de Herodes
Schtärnkonstellatione, erklärt de Balz.
Aha, seit de Herodes, obwohl er vo nüt en Ahnig het.

Ond, hüchlet de Balz los,
mir sueche dä König und würe das gärn au i euem Name mache.
s'Chind chönnt schreie, de Herodes juchze
beidi beherrsche sich.

Nachere churze Verschnufpause seit de Herodes:
Das si Neuigkeite, ihr gschidde Manne.
Dir wärdet dä König finde, ich weiss.
Ehretne und schicket mir Nachricht –
uf Email gritzt oder wie me das so macht –
damit au ich ihn cha verehre.
Ihr Herre, ich glaube an euch.

Mitere chline Handbewegig schickt de Herodes die drü Manne usse.
Si bringe nit meh als es churzes «oh» fertig,
verbüge sich ond huschele devo.
s’Chind lauftne bitter enttüscht hindedri

Chum sisi wäg, seit de Herodes:
Blind vor Freud sisi, die Idiote!
Scho schtöi si i mim Dienscht, ohni dass sis merke
und liefere mir dä neu König as Mässer.
Friedensfürscht, sone Witz.
Ond de no do!
Hahahaha.
Sis Lache dröhnt no lang
dur d’Hallene ond Gasse vo dere truurige Schtadt.

Chäschpu, Balz ond Meuch wattschle zur Schtadt us
no ganz betäubt vo de vile Komplimänt.
Was fürne umsichtige Maa, seit de Balz.
Ond de Chäschpu sinniert:
E ha dänkt, mir gfinde dä neu König ir Hauptstadt.
Aber dä Schtärn isch jo nid z’brämse.

De jagts im Chind de Nuggi usse:
Manne, loset, seit’s
Das Chind, dä König, wo’s do drum goht
isch nid amene Ort gebore worde, wome regiert ond verwaltet, bschisst und s’Gäld schafft.
Das Chind isch imene eifache Ort uf d’Wält cho,
amene Ort, wo d’Lüt no Mönsche si.
Ersch wenn dr das verschöit,
git’s Liecht uf dä Teil vo euchere Seel,
wo bis jetz e chli zkurz cho isch. – Verschtöidter?

Chäschpu, Balz ond Meuch luege sich a
ond chüschele fasch: Soso
Witer! Beföut s’Chind gnärvt
Ond seklet fasch voruus.

Churz druf gseht de Meuch e Schtall,
 wo je nach Kultur ond Interpretation
hell erlüchtet oder churz vorem zämegheie esch...
aber das esch nid eso wichtig – drum lömmer das.
Lueget, seit de Meuch ond alli drü chnüle ufe Bode.

E gloubs ned, chüschelet de Chäschpu
Muesch aber, seit de Balz ganz lislig.

Ouh nei! schreit de Meuch.
Die andere Zwöi zucke zäme ond luegene frogend a.
Är seit: Jetz weiss i, wasmer vergässe hei.
Die andere Zwöi zucke mit de Schultere ond luegene frogend a.
Gschänk, seit de Meuch.
Und die andere Zwöi länge sich a Chopf: Ouh jo! Sch...
Das Chind brucht ke Gschänk, seit s’Chind, nume wöu’s i de Bible schtoht...
Was? froge die andere ond s’Chind seit:
Wöu dir Könige do sit, wird das Chind zum König vo allne Könige.
Und alli no so mächtige Mönsche wärde chly und nichtig…
Der heit säuber gseit, es bringt Fride.
De brucht’s do ke Gschänk meh.
Gross wird, wer gross im Härz isch, versuecht de Meuch sich z’rette
öppe so, seit s’Chind e chli müed.

So, Manne, holt s’Chind die drü Manne us ihrne Köngiströim zrugg,
e gloube, es isch Zyt zom schlofe.
De Chäschpu meint, du hesch eso öppis vo rächt.
Ond chum hedders gseit, sueche sich die drü es Bänkli
– wie chönnt’s ou andersch si –
mache sich’s bequem ond schlofe zimli schnäu i.

s’Chind luegtne no chli zue
ond sobaud dr erschti afot schnarchle,
nimmt’s sis Natel vüre ond leit’s im Meuch ufe Schoss.
De dreit sich das Meitschi um ond flatteret irgendwie dervo.

Am andere Morge wärde Chäschpu, Balz ond Meuch
durnes SMS gweckt.
De Meuch gfind s’Natel uf sim Schoss ond list:
Danke, dass dir a mi gloubet. See you.

Die Drü gäbe e rise Süfzger vo sech ond de Chäschpu seit:
Gfallni Ängu git’s vöu, au wenn nit aui vom Himmu gheie…

Irgendeinsch frogt de Balz:
Ond wie goht d’Gschicht eigentlich witer?
De seit de Chäschpu:
Die vo däm Chind mitem Natel isch do fertig.
Die vo däm Chind im Schtall goht no witer.
Wie? gähnt de Meuch
Chunnt druf a, was de lisisch, seit de Chäschpu
Hä? mache dissi Zwöi.           
Eh jo, welles Evangelium, seit de Chäschpu,
wenn’s Evangelium vom Lukas lisisch,
sige Maria und Josef mitem Chline gli druf diräkt nach Nazaret zoge. –
Bim Matthäus heige si no en mehrjöhrige Umwäg öber Ägypte gmacht.
Ond worum das? frogt de Balz.
En Ängu heig si gwarnt,
dass de Herodes de Grossi aui Buebe bis zwöijährig liess lo umbringe,
us Angscht vor däm neue König. – Dank eusem Tip, erklärt de Chäschpu
ond irgendwie hedder es schlächts Gwüsse.

De meint de Meuch, de gömmer doch nachem Evangelium vom Lukas.
Schön wär’s…, seit de Chäschpu weder,
aber de gäb’s eus nid,
de Lukas het nüt vo eus gschribbe.

Balz ond Meuch luege sech e chli verwirrt a.
De frogt de Meuch:
Ond was döffemer jetz glaube?
Frog mi öppis, woni weiss, seit de Chäschpu.
Ond de Balz plogt sich mitem Gedanke, wie’s wär, wenn’s ihn
ond die andere Zwöi, wenn’s die drü Könige nid gäb...

Irgendeinisch seitter:
Loset Manne! Es git nit nume Höude ond Drache,
sondern ou die, wo si zo däm gmacht hei!
Stimmt, seit de de Chäschpu,
nit aues, was gschribe schtoht, esch s’einzig Wohre.
Es git au Gschichte, wo niene schtöhnd.
Gottseidank, seit de Meuch.

De Balz frogt,
ond wie goht eigentlich eusi Gschicht jetz witer?
Was? frogt de Chäschpu, wie «eusi Gschicht»?
Genau, seit de Meuch, de Schluss vo eusere Gschicht fäut no.
Ond werum, dass mer jetz eso si und nüm so wie vorhär.
Jöö du, schnuuft de Chäschpu
mach’s knapp, seit de Meuch
churz meinsch, korrigiert de Balz
Auso, seit de Chäschpu, churz ond knapp:
Dank däm Meitschi gschpüre mir wider, worum dass mir eigentlich do si.
Chind hend e chli öppis vomene Schutzängu, lächlet de Meuch
Ond de Balz bringt’s ufe Punkt:
Eusi Gschicht hört nie uf, solangs Drükönigschueche git...

Hebet’s guet.

 

© Rhaban Straumann, Oute

 

 

 

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