Es waren Pionierinnen und Pioniere der freiwilligen Armenpflege, welche im Dezember 1890 die Fusion des Frauenvereins Olten und des Vereins für Passanten-Unterstützung der Amtei Olten-Gösgen beschlossen. Aus dem Zusammenschluss resultierte der Hilfsverein Olten, der 1891 seine Arbeit aufnahm: den Kampf gegen die Armut. Zu einer Zeit, als die staatliche Fürsorge noch rudimentär war, setzte sich der Hilfsverein für die Armen von Olten und Umgebung ein. Der Verein besorgte nicht nur die freiwillige Armenpflege, sondern von 1913 bis 1973 auch die öffentliche Armenfürsorge der Stadt Olten.
Der Oltner Hilfsverein leistete auf zahlreichen Gebieten Pionierarbeit: Er rief die Schüler- und Volkssuppenanstalt ins Leben, organisierte die Oltner Ferienkolonien und engagierte sich für die Mütterberatung. Der öffentliche Lesesaal zählte ebenso zu seinem Aufgabenbereich wie die Herberge für mittellose Durchreisende, die Brockenstube oder das Tagesheim für Schulkinder. Manche Projekte überdauerten nur wenige Jahre, andere mehrere Jahrzehnte.
Das vorliegende Buch zeichnet die imposante Geschichte des Hilfsvereins Olten nach. Seine Entwicklung zeigt exemplarisch, von welch immenser Bedeutung Hilfs- und Armenvereine im schweizerischen Armenwesen lange Zeit waren und wie diese mit dem Ausbau des Sozialstaats zusehends an Bedeutung verloren. 2005 wurde der Hilfsverein Olten aufgelöst. Damit ging ein wichtiges Kapitel Oltner Sozialgeschichte zu Ende.
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Ruedi Studer
Brot und Liebe – Die Geschichte des Hilfsvereins Olten
Pb., 190 Seiten
2008
CHF 29.80 – EUR 19.30
ISBN 978-3-905848-14-4