
Nach drei Jahren Vollgas auf der Redaktion dieser Zeitung winkte eine neue berufliche Chance: Vor gut einem Jahr verliess Thomas Knapp die Redaktion des Solothurner Tagblatts, um in der Sportredaktion des «Blick» die Funktion des sogenannten «Blattmachers» zu übernehmen. Knapp freute sich auf diese neue Herausforderung und trat den neuen Job voller Tatendrang an.
Dann allerdings spielte sein Körper nicht mehr mit. Genau in dem Moment, in dem er neue Kräfte hätte mobilisieren wollen, erlebte er einen zunächst völlig unerklärlichen Absturz: «Burn-out», lautete die Diagnose des Arztes, und als Erstes musste der Betroffene selbst akzeptieren lernen, dass so etwas auch ihm passieren kann. Was folgte, war eine düstere Lebensphase voller Selbstzweifel.
Erst im Rückblick realisierte Knapp, wie früh er eigentlich schon Warnzeichen erhalten hatte. Dies zu erkennen gehörte ebenso zur Bewältigung des Absturzes, wie das Schreiben. Und aus dem Schreiben resultierte nun das Buch, das der ehemalige Buchhändler Thomas Knapp im Selbstverlag herausgegeben hat: «Burn-out - In den Krallen des Raubvogels», schildert in einem Erfahrungsbericht, wie sich das Desaster ankündigte und wie er es bewältigte.
Ergänzt ist das Buch mit einem weiteren Erfahrungsbericht des Luzerner Unternehmens-
beraters und Autors von Büchern über Mitarbeitermotivation, Daniel Zanetti, sowie je einem Beitrag des Berner Psychosomatikers Andreas Lüthi und des Solothurner Sportmediziners Adrian Burki. Vom Buch, das letzte Woche auf den Markt kam, sind bereits über drei Viertel der Auflage (4000 Stück insgesamt) ausgeliefert worden.
Mittlerweile hat sich Thomas Knapp wieder aufgerappelt und als freier Autor teilweise selbstständig gemacht. Diesen Frühling ist er als Teilzeitredaktor wieder in die Redaktion des Solothurner Tagblatts zurückgekehrt. Für sie hatte der Absturz des Kollegen damit immerhin auch noch etwas Gutes.