Ein erschöpfter und ausgelaugter Berufsmann und Familienvater gesteht, dass ihn die Zukunft ängstigt und die Gegenwart erdrückt. Die Diagnose lautet «Burnout», verändert den Alltag des Topjournalisten Thomas Knapp. Ein Leidensweg beginnt und ein Erfahrungsbericht entsteht. «Das Buch „Burn-out“ habe ich geschrieben, um mit meinen Erfahrungen anderen Opfern zu helfen.
Vielleicht kann der Bericht dazu beitragen, andere zu warnen und vor Ähnlichem zu bewahren», sagt Thomas Knapp. Schonungslos rapportiert der Autor, wie sein Körper nicht mehr gehorchte und die Seele «in den Krallen des Raubvogels» gefangen war.
Der Bericht stützt sich jedoch nicht allein auf eigenes Erleben, sondern lässt mit den Co-Autoren Adrian Burki einen erfahrenen Sportarzt und Allgemeinmediziner, mit Andreas Lüthi einen Ursachenforscher und Psychosomatiker und mit Unternehmer Daniel Zanetti einen weiteren Burnout-Betroffenen zu Wort kommen.
Thomas Knapp hat sein Burnout überwunden und dessen Chronologie von der Diagnose bis zur aktuellen Berufssituation festgehalten und im Eigenverlag publiziert. Die Verlegerzunft ist Thomas Knapp vertraut. Der gelernte Buchhändler betreute einen eigenen Verlag bevor er vor sechzehn Jahren in den Journalismus wechselte und erst bei der Solothurner Zeitung, beim Solothurner Tagblatt und beim Blick arbeitete. Die Freizeit des Redaktors war knapp, der Job genoss Priorität. Bis zum Absturz. «Ohne meine Frau Fränzi und Tochter Nina hätte ich diese Zeit wohl nicht überstanden». Thomas Knapp hat die Chance genutzt. Heute arbeitet er Teilzeit auf der Redaktion des Solothuner Tagblatts, engagiert sich als Texter und Verleger in der Textwerkstatt (www.textwerkstatt-knapp.ch). Und er geht achtsamer mit seiner Zeit und mit seinen Nächsten um. Ein Nachmittag mit der Familie und Velofahren ist heute genau so wichtig wie Schreiben.