Die kleinen Texte, die in dem zitronengelben Büchlein versammelt sind, passen perfekt zum Werk des Architekturbüros von Trix und Robert Haussmann. Die Kombination von Spielerei und Konstruktion, von Schalk und Ernst, mit denen Haussmann Buchstaben, Wörter, Sätze und Redewendungen verdreht und verzwirbelt, durcheinander schüttelt und nach einer eigenen Ordnung wieder zusammensetzt, glaubt man aus Werken wie der Erweiterung des Zürcher Hauptbahnhofs und zahlreichen Möbelentwürfen zu kennen.
Als Gestalter, Architekt und Dozent an der Kunstgewerbeschule sowie der ETH hat Haussmann nicht nur weitergegeben, was er selber von Itten, Kienzle, Guhl, Rietveld und Giedion gelernt hatte, sondern er war auch stets auf der Suche nach einer Alternative zur Moderne, die er zunehmend als erstarrt zu erleben schien.
Um Erstarrungen zu lösen, eignet sich Spielen nicht schlecht. Und so dekonstruiert Haussmann mit seinen Sprachkapriolen auch vermeintlich feste Normen. In Bezug auf sein Verhältnis zur Architektur lesbar ist etwa der Vers «Wie lieb' ich Dich, Du Leeres, / spartanisch Elitäres, / Du Unverziertes, Kahles / und nüchtern Rationales, / damit ich dann und wann . . . / mein Fühliges und Fülliges / chaotisch Eigenwilliges, / Bizarres und Besoffenes / zum manchem Unfug Offenes . . . / drauf projizieren kann.» Das literarische Häuschen jedenfalls, das Robert Haussmann hier gezimmert hat, hält mehr als nur Wind und Regen ab: An seinem Kamin darf man sich wärmen – und ein Glas dazu trinken. Weisswein, schlägt der Untertitel vor.