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Presseschau - Rontaler, 2. November 2006

Grosses Interesse an Informationsveranstaltung

Thema «Burn-out» lässt nicht kalt

Rund 140 Personen interessierten sich an der vom Gewerbe Rontal organisierten Informationsveranstaltung «Burn-out – Macht Arbeit krank?». Positiv wurde die Vielseitigkeit der Erzählungen und Referate aufgenommen.

«Ich selber habe das Thema Burn-out bis vor zwei Jahren nicht gekannt, erst als mein Cousin Thomas Knapp an mich herantrat», verriet Beat Knapp, Präsident des Gewerbevereins Ebikon bei der Begrüssung. Thomas Knapp ist inzwischen landesweit bekannt durch die in den Medien veröffentlichten Interviews und seine beiden Bücher «Burn-out – In den Krallen des Raubvogels» und «Bourn-out Mutmacher für Chefs und Angestellte». «Ich bin blind in dieses Burn-out gelaufen», erzählte er vor den Besuchern. Er litt unter Erschöpfungsdepressionen. «Man sieht es einem nicht einmal an», fügte er an. Dies sei auch mit ein Grund, weshalb er das Verständnis für Menschen wecken möchte, die nicht immer funktionieren, wie sie sollten. Thomas Knapp unterstrich: «Es kann jeden treffen.»

Verständnisvoller Chef

«Ich konnte mir nie vorstellen, Depressionen zu haben, da ich ein aufgestellter Mensch und erfolgreich im Job war», verriet Janine F. In ihrem Buch «Ich will frei sein» schildert sie ihre Geschichte, die aufzeigt, dass Burn-out keinen typischen Verlauf hat. Ängste beispielsweise begleiteten sie. Zeit für sich fand Janine F. keine mehr. Nach dem Burn-out-Zusammenbruch folgte für sie ein langer Weg aus der Dunkelheit. «Heute gönne ich mir Ruhe, Pausen und Entspannung und mache auch wieder Sport. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche», äusserte Janine F. Dankbar ist sie vor allem, dass ihre Chefs viel Verständnis aufbrachten.

Falsche Vorstellung

Dr. med. Rolf Victor Heim vom Institut für Arbeitsmedizin IfA hob hervor, dass viele Leute völlig falsche Vorstellungen vom Burn-out hätten und fügte an: «Wer an einem Burn-out leidet, spinnt nicht. Burn-out ist eine Folge von widernatürlichem Verhalten und hat etwas mit Energie zu tun.» Heim betonte ferner, dass Medikamente alleine nicht reichen, um ein Bum-out zu behandeln. Der Mensch muss auch selber Veränderungen vornehmen. Er erklärte: «Früher wurden nicht solche Erwartungen an die Gesellschaft gestellt wie heute. Deshalb ist Burn-out auch eine Zeiterscheinung». Der Mentalsomatiker und Buchautor Andreas Lüthi hielt in seinem Referat abschliessend fest, dass nicht eigentlich die Arbeit krank mache, sondern vielmehr das Negativ-Denken. Kaum ein Mensch wisse mehr, was Mensch sein heisse. Lüthi animierte dazu, sich jeden Tag mindestens fünf Minuten Zeit für sich selbst zu nehmen.

 

Rontaler

Wichtige Fragen

Wie geht man mit einem Menschen um, der vom Burn-out betroffen ist, wollte ein Teilnehmer der Informationsveranstaltung wissen. Janine F. hob hervor, dass Betroffenen keine Ratschläge erteilt werden dürfe. Es brauche Geduld und Verständnis. Wichtig sei ausserdem zu respektieren, wenn ein Betroffener nicht reden mag. Einen weiteren Besucher interessierte, ob auch Behandlungen mit Alternativmedizin in Frage kämen. Dr. med. Rolf Victor Heim schloss nicht aus, dass andere Therapien für den Energieaufbau möglich sind. Aus der eigenen Praxis wusste Andreas Lüthi zu erzählen, dass er vor allem mit Bachblüten gute Erfahrungen machte. Heim fügte ausserdem an, dass Burn-out nicht vererbt werden kann, wie das etwa bei Depressionen der Fall sein könnte.

Positive Echos

«Wir kamen an diese Veranstaltung, um Inputs und Positives herauszunehmen, die wir in die Firma einfliessen lassen können», verrieten Peter Marbach und Jörg Lustenberger von der Kamin- und Metallbaufirma Schaller Josef AG in Buchrain. Thomas Bucher vom Treuhandbüro Bättig & Bucher in Ebikon gefielen die Referate sehr. Er hatte sich ein Buch von Thomas Lüthi gekauft, sozusagen als Inspiration zur Motivation seiner Mitarbeiterinnen. Auch Angelo Burri, Leiter Niederlassung Luzern der Firma Westiform AG, bezeichnete die Informationsveranstaltung als sehr gut und stellte fest: «Solange man es nicht hat, sagt man oft: mich trifft es nicht.» Wichtig betrachtete er insbesondere, auch an sich zu denken und nicht immer nur an die Arbeit. Sehr aufschlussreich war für Ernst Niederberger von der Firma Niederberger Bodenbeläge GmbH in Ebikon die Veranstaltung. «Das Thema wurde aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Mit den unterschiedlichen Aspekten kann man sich nun eher ein Bild über Burn-out machen», äusserte er. Seine Frau Sybilla Niederberger fand es vor allem positiv, dass nicht prominente Personen referierten, sondern Menschen wie «Du und ich». Sie staunte auch darüber, dass es viele Frauen trifft. Aus ihrer Sicht würde oft eher von Burn-out-betroffenen Männern, die in der Öffentlichkeit stehen, geredet.

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