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Presseschau - Basler Zeitung, 20. Dezember 2006

Eine Fabel über die Freundschaft

Das Kinderbuch einer jungen Fricktalerin

Unter dem Titel «Flügel für den kleinen Dachs» hat die in Ueken aufgewachsene Simone Schmid zusammen mit der Illustratorin Deborah Azer ein Kinderbuch veröffentlicht. Sie ist es gewohnt, zwischen Himmel und Erde zu leben. Durch ihren Vater, von Beruf Pilot, lernte sie das Abheben kennen; durch ihre naturverbundene Lebensweise schätzt sie die Erde. Darum schrieb Simone Schmid ein Kinderbuch vom kleinen Dachs, der sich in seinem gemütlichen Gehege nach etwas sehnt, das er nicht benennen kann. Sein Freund, der Uhu, erklärt ihm, dass er sich entscheiden müsse zwischen seiner beschaulichen, sicheren Welt und seiner eigentlichen Heimat, dem unberechenbaren Wald. Simone Schmid ist Geografin und wurde letztes Jahr mit dem Umweltforschungspreis der Uni Bern ausgezeichnet. «Ich fühle mich etwas als Vagabundin», erzählt sie der baz. Nach Ueken lebte sie in Reinach, Bern und Hamburg. Doch im Fricktal habe sie ihre Wurzeln, hier sei ihre Heimat. «Wir waren viel im Wald und im Grünen. Wir suchten stundenlang Schlüsselblümchen für den Tee der Grossmutter», erinnert sie sich an ihre Kindheit.

 

«ZUGEFLOGEN». In den letzten zwei Jahren arbeitete Simone Schmid als Texterin und Journalistin in Biel. Zurzeit absolviert sie ein Masterstudium in Journalismus. «Für mich steht die Geschichte vom kleinen Dachs für echte, uneigennützige Freundschaft», sagt die Fricktalerin. Sie hat die Fabel zusammen mit der Berner Illustratorin Deborah Azer realisiert. «Deborah war für mich mein Uhu, meine gute Freundin.» Als sie sagte, sie würde gerne ein Buch gestalten, und sie um den Text bat, habe sie zugesagt, erklärt Simone Schmid. «Zwei Wochen später ist mir der Text auf einem Spaziergang zugeflogen.»

Der Weg in den Wald, der den Dachs lockt, symbolisiert für die 27-Jährige das Erwachsenwerden und die Selbstfindung. «Das Buch macht so gesehen auch Mut, den eigenen Sehnsüchten zu folgen.» Dass die Erfüllung der Sehnsüchte sich nicht immer sofort verwirklichen lässt, erlebt Simone Schmid zurzeit am eigenen Leib. «Ich fühle immer diese Sehnsucht nach dem Land in mir», sagt sie. In der Schweiz kann sie damit besser umgehen als in Hamburg. Allerdings ergänzt sie: «Auch Kultur und Stadt haben viel Inspirierendes.» Und sie hat in ihrem jungen Leben eine Erfahrung gewonnen, die sie in ihr Buch eingebaut hat: «Das Loslösen vom Alten macht Platz für Neues.»

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