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Presseschau - Thalwiler Anzeiger, 2. Juni 2007

Martin Klöti präsentierte in der Badi sein Buch «2026»

Aufruf zu einer besseren Welt

Der Thalwiler Kulturingenieur Martin Klöti schrieb in genau 365 Tagen seinen Erstling «2026». Der Autor bezeichnet sein Werk als Doku-Roman und Autobiografie.

Der 48-jährige Martin Klöti stammt aus einer Thalwiler Lehrerfamilie, war zwei Jahrzehnte als Ingenieur tätig und unterrichtet heute als Dozent am Institut für Business Engineering an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch/Brugg. Er setzt sich, zusammen mit seinen Studenten, ganz besonders für die Entwicklung und Förderung neuer Technologien ein. Lucia Richiger von der gleichnamigen Buchhandlung an der Schwandelstrasse begrüsste als Ko-Veranstalterin die gut zwei Dutzend Besucher auf dem Känzeli in der Seebadi Bürger II, und Marlis Klöti kredenzte dem gespannten Publikum ein Glas Wein.

Ölschock - der ganz grosse Chlapf

Für einen Roman brauche es ein weltumfassendes Negativereignis, eine Grosskatastrophe, meinte Klöti eingangs. Er habe dafür den – fiktiven, aber nicht ganz auszuschliessenden – Angriff der USA auf den Iran im Herbst 2006 gewählt, erklärte der Autor. Aus diesem Angriff konstruiert er einen umfassenden Ölschock in den westlichen Ländern. China marschiert ebenfalls im Irak ein und wirft die US-Army aus dem Land, um sich selbst die grossen Ölreserven zu sichern. Die Weltwirtschaft bricht zusammen. Grundsätzliche Veränderungen sind angesagt, Alternativenergien, neue Treibstoffe, neue Verkehrsmittel, innovative Materialien als Ersatz für die vielen Kunststoffe müssen gesucht, entwickelt und in grossen Mengen produziert werden. Hier sind Ingenieurwissen, Innovation und Politik gefragt. In Kapitel 11, dem dreissig-seitigen Anhang des Romans, zitiert Klöti eine Fülle von Zahlen und Fakten aus den Jahren 1990 bis 2007, alle aus durchaus echten, glaubwürdigen Quellen.

 

Viele der im Doku-Roman beschriebenen Entwicklungen gibt es in Ansätzen und Facharbeiten von namhaften Wissenschaftern bereits seit längerer Zeit. Nur sah sich die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Politik in keiner Weise genötigt, diese im grossen Stil zu fördern. Die sich anbahnende Klimakatastrophe und die Energieknappheit hat bis heute nicht ausgereicht, zum Beispiel auf dem Gebiet der Alternativenergien, endlich ernst zu machen. Das Kapitel 11 ist gleichermassen erschreckend und hoffnungsvoll. Der Ölschock hat in der westlichen Welt die verschiedensten Konsequenzen: Unter anderem erliegt der Individualverkehr, der Flugverkehr reduziert sich weltweit, man kehrt sich ab von der Globalisierung und regionalisiert die Wirtschaft auf allen Gebieten. In der Folge erhalten Ingenieure, Erfinder und Entwickler von neuen Energien, Verkehrskonzepten, IT-Technologien, Werkstoffen rasanten Aufwind.

Der China-Freund und -Kenner, Hochschulprofessor Simon (Alter Ego des Autors Martin Klöti) pendelt im August 2006 zwischen seinen Projektteams in China und der Schweiz. Der Autor stellt das unterirdische Transportsystem der Zukunft vor, welches im Endausbau die hintersten Winkel des Landes miteinander verbinden soll. Waren aller Art werden auf kleinen Transportschemeln sehr schnell transportiert.

Nach verschiedenen Leseproben und Erläuterungen zu einzelnen Themenkreisen beantwortete der Autor Fragen aus dem Publikum: Klöti wünscht sich sein 2026-Szenario nicht. Sein Buch soll aber zum Umdenken anregen. Der frühere FDP- und Ortsvereins-Präsident bezeichnet sich heute als grünliberal. Er glaubt an die technologische Entwicklung auf allen Gebieten und steht der Globalisierung negativ gegenüber.

Warum habe er das Buch geschrieben?, fragte jemand. «Ich erzählte allen Interessierten immer wieder, was mich bewegt und wie ich die gegenwärtige Situation sehe. Das ist mir mit der Zeit schlicht verleidet, und ich beschloss, das Buch zu schreiben. In 365 Tagen.»

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