Weshalb und wann haben Sie sich entschieden, das Buch zu schreiben?
Erwin Peter: Auf die Idee, das Buch zu schreiben, hat mich der Verleger Thomas Knapp gebracht. Bei unserer ersten Begegnung im April 2006 haben wir von meiner Arbeit gesprochen und er hat mich aufgefordert, das Buch zu schreiben. Ich wäre ohne diese Aufforderung zu diesem Zeitpunkt nie auf die Idee gekommen.
Wie lange dauerte die Arbeit an dem Buch?
Peter: Insgesamt habe ich etwa vier Monate geschrieben. Ich habe mit Unterbrüchen gearbeitet und die grösste Arbeit war vor allem das Verifizieren meiner Aussagen. Das waren persönliche Gespräche mit Fachleuten, aber auch Studium von Primärliteratur der zitierten Autoren. Die ganzen Korrekturarbeiten hin und her beanspruchten dann nochmals circa einen Monat.
An wen richtet sich das Buch hauptsächlich?
Peter: Das Buch richtet sich primär an Menschen, die an sich selber arbeiten wollen, die ihr Leben nicht als ein in sich geschlossener Kreis sehen. Zu empfehlen wäre dieses Buch all jenen, die sich mit spirituellen Fragen beschäftigen. Ohne die Arbeit an den Sinnen, ohne bewusste Wahrnehmung und der daraus resultierenden Achtsamkeit oder Ethik, wird jeder spirituelle Weg zu einem gefährlichen Spiel, entweder man verliert sich oder wird Gefangener des eigenen Glaubens. Glauben ohne die entsprechenden Erkenntnisse des ethischen Handelns aus dem sinnlichen Leben haben zu Genoziden an indigenen Völkern geführt und heute werden Bomben gelegt. Oder anders gesagt, das Buch richtet sich an die Menschen, die die Schönheit und Weisheit der Welt auf verschiedenen Ebenen erfahren möchten und dabei einen Beitrag an die Entwicklung der Menschheit leisten möchten.
Was waren die Reaktionen der bisherigen Leser des Buches?
Peter: Die Reaktionen waren eigentlich immer ähnlich. Offensichtlich berühren die Zeilen in vielen Menschen etwas, was sie eigentlich schon wissen, jedoch in der Hektik des Alltags nicht leben können oder wollen. Wahrscheinlich trifft das Wort von Gerhardt Hauptmann in «Die Weber» zu: «Jeder Mensch hat so ne Sehnsucht.» Die Sehnsucht nach einem Leben in und mit dieser Welt und zugleich die Sehnsucht nach einer geistigen Heimat berührt offensichtlich viele Menschen.
Beim Lesen fällt auf, dass Sie Ihre Kindheit in Wilen stark geprägt hat. Was blieb Ihnen von Wilen besonders in Erinnerung?
Peter: Wilen hat mich selbstverständlich in meiner Kindheit geprägt. Ich denke, der Zeitraum, die Entwicklung des Dorfes und das familiäre Umfeld haben einen absolut günstigen Rahmen für tiefe, bleibende Eindrücke hinterlassen. Allerdings haben andere Landschaften in der Schweiz bei meinen Wanderungen im Erwachsenenalter kreuz und quer durch das Land nicht weniger nachhaltige Eindrücke und Spuren hinterlassen. Besonders in Erinnerung sind mir die Landschaft und die Beschaulichkeit dieses Bauerndorfes geblieben. Ebenso eindrücklich in Erinnerung geblieben, und ich hoffe, das ist im Buch nachzuspüren, ist mir die Entwicklung, die im Zuge der Technisierung zu beobachten war. Eigentlich hat sich dieses Dorf innert weniger Jahre von einem Bauerndorf des 19. Jahrhunderts in ein uniformes, modernes Dorf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt, mit allen Vor- und Nachteilen.
Besuchen Sie Wilen noch oft?
Peter: Nach dem Tod meines Vaters bin ich nur noch wenige Male in Wilen gewesen. Das letzte Mal vor etwa drei Jahren.
Interview: Martin Meier/ Deborah Conversano