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Presseschau - Solothurner Tagblatt, 29. September 2007

50 Jahre Krebsliga

Geschichten über das Leben

Zu ihrem runden Geburtstag hat die Krebsliga 29 Solothurner Autoren für ein gemeinsames Buch verpflichtet.

Die Krebsliga Solothurn feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde ein Sammelband mit 29 Erzählungen zu einem Thema, mit welchem die meisten Menschen irgendwann Erfahrung aufweisen können, veröffentlicht. In dem Sammelband «Leben» finden sich kleine Alltagsepisoden, Schicksalsschläge wie auch Geschichten zum Schmunzeln von Autoren wie Peter Bichsel, Alex Capus und Franz Hohler, aber auch von diversen Solothurner Persönlichkeiten und Nicht-Literaten wie Sandra Boner und des zu diesem Zweck «eingebürgerten» Bundesrats Samuel Schmid. Bewusst wurde die Prioriät auf das Leben und nicht die Krankheit gesetzt.

An der Buchvernissage lobte Alt-Regierungsrat Thomas Wallner den «beispiel- und selbstlosen Dienst der Liga am Mitmenschen» und meinte, dass «Sprache die Lebendigkeit des Menschen am stärksten zum Ausdruck bringt». Die anschliessende Diskussion führten Rollstuhlsport-Legende Heinz Frei, Alt-Nationalrätin Ruth Grossenbacher und Schriftsteller Franco Supino unter der Leitung des ehemaligen Blick-Chefredaktors Werner de Schepper, unter dem Motto «Lebensräume – Lebensträume». Alle vier, sie sind ebenfalls am Buch beteiligt, gaben zu Beginn ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit wieder.

Jeder hat einen Ansatz dazu

Grossenbacher erklärte, dass Geschichten zum Thema Krebs untrennbar auch Geschichten zum Leben seien. Mit Krebs zu leben habe oft mit Loslassen zu tun, was ein lebenslanger Prozess sei. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, erzeuge in den Menschen viel Traurigkeit. Frei meinte, dass «jedermann einen Ansatz zum Thema hat» und verglich es mit seiner eigenene Situation, dass es Zeit brauche «sich und seinen Körper wieder gern zu haben, nur wer dies kann, versteht es auch, andere Menschen gern zu haben».

 

Durch eine schwere Krankheit altert man viel schneller und sieht das Leben auf eine andere Art. Man solle sich aber in so einer Situation nicht fragen: «Was wäre wenn?» Auf die Frage von de Schepper, ob er sich nun als eine Art «vorbildlicher Übermensch» sehe, entgegnete er bescheiden, dass er auch kein Patentrezept habe.

Düsterer Supino

Aus Sicht von de Schepper hat Supino die düsterste Erzählung verfasst. Auf die Frage nach dem «Warum» entgegnet der: «Ich wollte nicht Angst machen», das Leben sei halt untrennbar mit dem Tod verbunden. Traurigkeit sei die Quelle der Literatur. Man könne eine Geschichte besser erzählen, wenn man weiss, dass sie zu Ende geht. Eine schwere Krankheit wie Krebs kann den Menschen mehr Bescheidenheit lernen, wenn er merkt dass er den Ansprüchen nicht mehr genügen kann.

Auf die einzelnen literarischen Beiträge wurde nicht gross eingegangen, vielmehr war die Vernissage Erklärung für Kontext und Ansatz dieses Sammelbandes gedacht. Alle Autoren haben auf ein Honorar verzichtet und der Erlös kommt direkt krebskranken Menschen zu Gute.
Michael Jager

Die Krebsliga feiert das Leben

«Leben» - 29 Erzählungen von Solothurnerinnen und Solothurnern aus Politik, Sport und Kultur. So lautet derTitel des Buches, das die Krebsliga Solothurn zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum herausgegeben hat. Am Donnerstagabend fand in der Buchhandlung Lüthy in Solothurn die Buchvernissage statt. Der ehemalige Chefredaktor des «Blicks», Werner De Schepper, moderierte an diesem Anlass ein Gespräch zum Thema «Lebensträume - Lebensräume». An diesem kleinen, aber feinen Podium nahmen teil: der Rollstuhlsportler Heinz Frei, alt Nationalrätin Ruth Grossenbacher und der Schriftsteller Franco Supino. (esf)

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