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Presseschau - Anzeiger Thal Gäu Olten, 18. Oktober 2007

«Das Gäu liegt mir sehr am Herzen»

He nu so de – Elisabeth Pflugers neues Buch ist erschienen

«He nu so de» heisst das 13. Buch von Elisabeth Pfluger. Für die Härkingerin ist das keine Unglückszahl, wie sie gegenüber dem Anzeiger verrät. Im Gegenteil: «Ich glaube an das Glück.» Und das liegt für sie auch im Gäu.

Ihr 13. Buch mit dem Titel «Ne nu so de» ist soeben erschienen. Sind Sie abergläubisch?
Elisabeth Pfluger (lacht): Nein, überhaupt nicht. Es ist ein schönes Buch, und die 13 ist eine schöne Zahl. Für mich ist sie eine Glückszahl.

Sie sind Sagenerzählerin, Autorin, Volkskundlerin. Was sind Sie am liebsten?
Ich bin immer wieder gerne etwas Anderes, je nach Arbeit. Ich war Lehrerin, ich bin Schriftstellerin, Sagensammlerin, Erzählerin und Volkskundlerin. Mir ist es gleich, wie man mir sagt. Nur eine Dichterin bin ich nicht. Ich dichte nichts dazu, es sind wahre Tatsachen, die ich auch in meinem neuesten Buch nacherzähle.

Am nächsten Sonntag werden Sie 88 Jahre alt. Sind daran Ihre Gäuer Wurzeln «schuld»?
Natürlich. Ich bin jede Woche im Gäu, ich komme immer wieder gerne ins Gäu. Das Gäu ist meine Heimat. Und wie Sie schon sagten: Im Gäu liegen meine Wurzeln. Früher haben mich meine Lehrerkollegen in Solothurn ausgelacht, wenn ich vom Gäu schwärmte. «S Bethli verzellt öppis us sym Gäu…», hats dann geheissen. Aber das Gäu liegt mir sehr am Herzen, wie übrigens der ganze Kanton. Nur das Gäu halt ein bisschen mehr.

Bei soviel Gäu-Liebe: Sie wohnen in Solothurn...
… auch weil ich mich in Solothurn wohl fühle. Ich habe auch hier einen Freundeskreis. Und diesen will ich nicht verlassen. Wie ich schon sagte: Ich bin ja immer wieder im Gäu.

 

Haben Sie ein Rezept, wie man alt werden kann und den Witz und Charme behält?
Meine Mutter hat immer gesagt: «Jene Schüsseln, die blessiert sind, halten am längsten. Wenn man zu ihnen nämlich nicht besonders Sorge trägt, gehen sie kaputt.» Als Kind war ich oft krank. Man musste zur mir Sorge tragen. Und auch ich musste schauen, dass es mir gut geht. Das tue ich heute noch.

Hält Schreiben vielleicht jung?
Oh ja! Dabei wird man gefordert. Und ich lese auch gerne den Leuten vor. Es tut natürlich gut, wenn meine Anekdoten bei Jung und Alt noch immer ankommen

Werden Sie auch im Thal, Gäu und in Olten aus Ihrem neuen Buch vorlesen?
Wenn man mich fragt, mache ich das gerne. Ich biete mich allerdings nicht selber an. Das muss ich auch nicht. Ich bekomme immer wieder Anfragen für Seniorennachmittage, von Altersheimen oder Schulen.

Geben Sie uns zum Abschluss dieses Gesprächs ein kurzes Müsterli aus Ihrem neuen Buch?
Nochem Znachtässe isch en Egerchinger i Chittel gschloffe und hed zu sir Frau geseit: «Du, i goo no gschwing i ‹Stärne› aabe.» Do hed si Frau afo jommere: «Nei gang nid! Mir ischs schlächt. Hundseländ ischs mer. Glöubs numme, i stirbe hiinecht!» Jetz hed der Maa si Chittel wider abzoge und hed brummled: «Also! Mira woll! So blybi halt deheim. Aber ass de wohr isch!»

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