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Presseschau - Berner Zeitung, 3. Oktober 2007

«He nu so de» von Elisabeth Pfluger

Geschichten, die das Leben schreibt

Drei Jahre musste Elisabeth Pfluger nach einem Verlag für ihr 13. Buch, den vierten Band mit Anekdoten und Schmunzelgeschichten suchen. Nun erscheint «He nu so de», so der Titel des Werks, endlich.

Zum Teil sind es ganz kleine Geschichten. Etwa die Episode aus dem Buechibärg. «Dort habe ich eine Freundin», erzählt Elisabeth Pfluger. Eines Tages habe diese sie angerufen und gesagt: «Du Bethli, ich muss dir eine Geschichte erzählen.»

Im Gemeinderat sei sie von der Ressortverantwortlichen für Umweltschutz gefragt worden, ob sie zum Birnbaum auf ihrem Land einen Robidog setzen dürfe. «Ich verwies sie an meinen Mann», berichtete die Freundin weiter. Der habe zu ihr gesagt: «Natürlich darfst du das. Aber hast du wirklich das Gefühl, dass der dir dort ‹kommt›?» Es sei drum gar schattig dort. Die Geschichte ist im Buch natürlich in Mundart festgehalten.

«Ich erzähle nicht nur Witze, sondern beschreibe das Umfeld, greife die Sprache der Gegend auf», sagt Pfluger. Aus allen fünf Amteien, von Solothurn-Lebern bis Dorneck-Thierstein sind Anekdoten darunter.

Selten übers Telefon

Aus jedem der zehn Bezirke hat Ulrike Frentzel aus Rüttenen, die bereits vier von Pflugers Büchern illustriert hat, je eine Geschichte ausgelesen und eine Szene daraus bildlich umgesetzt. «Sie ist eine fabelhafte Zeichnerin», schwärmt Pfluger.

Wie sie etwa die Gesichtsausdrücke des hochtrabenden Schultheissen und des «heimlichfeissen» Torwarts gezeichnet habe, sei umwerfend. In den Geschichten kommt immer wieder altes Brauchtum ans Licht, erfährt man von volkstümlichen Gewohnheiten.

«Es ist selten, dass mir die Geschichten übers Telefon zukommen», sagt Pfluger. Sonst sei es jeweils so, dass sie die Leute «anbohre», wo sie auch immer gehe oder stehe. Sie frage etwa: «Woher sind Sie?». Meist könne sie von dem genannten Ort dann eine schöne Sage erzählen und oft komme von der angesprochenen Person auch noch ein Müsterchen dazu. Sofort zückt sie dann ihr Notizbüchlein.

Ein ganzes Register mit Notizbüchlein hat sie angelegt, schön sortiert nach Themen und Orten. Das Sammeln aller Arten von Sagen und geschichtlichen Überlieferungen ist seit je her ihre grosse Leidenschaft.

 

Seit 35 Jahren dran

Ihr erstes Buch «Solothurner Sagen» schrieb sie 1972 im Auftrag des Regierungsrats. Um die nötige Zeit zu haben, wurde sie für ein Jahr vom Schuldienst als Mittelstufenlehrerin befreit. Nach der Pensionierung 1981 ging’s richtig mit Schreiben los. Zwölf Bücher sind bisher erschienen, darunter drei Bücher mit Schmunzelgeschichten, auf die sie beim Sagen sammeln gestossen war.

«Es blieben noch so viele Geschichten übrig, dass ich einen vierten Band machen wollte», sagt die 88-Jährige. Bloss, einen Verlag zu finden, stellte sie auf eine Geduldsprobe. «Die Gewinnmarge ist zu gering», hiess es beim Verlag, der die drei Vorgängerbände herausgegeben hatte.

Auch beim Kanton fand sie kein Gehör, wurde weiter verwiesen. «Dabei hatten mich so viele Leute gefragt, wann endlich ein neues Erzählbuch herauskomme», sagt Pfluger. Nach drei Jahren hat es nun doch geklappt, beim Oltner Verlag «Textwerkstatt». Das Buch mit dem Titel «He nu so de», liest sich kurzweilig.

Da ist etwa das Vorkommnis an einer Feuerwehrübung in Halten: Hatte der Feuerwehrkommandant seinen Mannen doch «Achtung steht» befohlen und der Ausdruck «ruhn» wollte ihm danach einfach nicht mehr einfallen. Was tat er? Nach einer Weile rief er ihnen in der Not halt ein «Nicht mehr Achtung steht» zu. Auch aus dem Schulbetrieb hat Elisabeht Pfluger Sachen aufgezeichnet. Die Stelle aus dem Aufsatz eines Viertklässlers: «Da bin ich ausgerutscht, aber ich bin ohne Verletzungen niedergekommen.»

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