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Presseschau - Solothurner Zeitung/Oltner Tagblatt, 6. Oktober 2007

«He nu so de», Frau Pfluger

Buchvernissage – Elisabeth Pfluger konnte ein neues Buch vorstellen

Die bekannte Volkskundlerin Elisabeth Pfluger stellte am Donnerstag ein neues Buch vor. «He nu so de» ist der Titel einer Sammlung von Anekdoten und Müsterchen aus allen Gemeinden des Kantons Solothurn. In der Buchhandlung Lüthy gab sie ein paar dieser Müsterchen zum Besten.

Für alle, die gerne Mundart-Geschichten lesen und hören, war der Donnerstagabend Pflichttermin in der Buchhandlung Lüthy in Solothurn. Elisabeth Pfluger, die Solothurner Volkskundlerin, konnte ihr neuestes Buch vorstellen. «He nu so de» heisst die Sammlung älterer und neuerer Müsterchen und Anekdoten, welche die ehemalige Lehrerin diesmal präsentiert. Es sind Episoden voller Witz, Situationskomik und Hintergründigkeit, denen aber allen ein Stück Volkskultur anhaftet – eben so, wie man es von Elisabeth Pfluger gewohnt ist. In den Müsterchen aus allen Dörfern des Kantons begegnet man so manchem Dorforiginal, lernt so manchen Dorfnamen kennen und erspürt so manchen ganz typischen Dorfcharakter.

Endlich ein Verleger

Lange, nämlich fast drei Jahre lang, hatte die heute 88-Jährige nach einem Verleger für ihre neueste Geschichten-Sammlung suchen müssen. Glücklicherweise fand sie im Oltner Neu-Verleger Thomas Knapp einen kompetenten Partner. «Das kann doch nicht sein, dass die bekannte Volkskundlerin keinen Verleger für ihr Buch findet», erklärte er seine Motivation, dieses Buch zu «machen». Diesen Umstand habe er vor einigen Monaten einem Zeitungsartikel entnommen und sofort mit Elisabeth Pfluger Kontakt aufgenommen.

Knapp, der die Buchvernissage eröffnete, erklärte, dass dies das 16. Buch aus seinem Verlag Textwerkstatt sei. «Eine echte Solothurner Produktion», meinte er weiter und erwähnte die Illustratorin Ulrike Frentzel, die Lektorin Monika Wüthrich, den Buchgestalter Bruno Castellani und Fränzi Knapp, seine eigene Frau, welche die zunächst schreibmaschinen-getippten Geschichten Computer-gerecht aufarbeitete.

 

In Rot und Weiss, also richtig solothurnisch, kommt denn auch der Bucheinband daher, schliesslich haben sich auch insgesamt 12 solothurnische Einwohner- oder Bürgergemeinden sowie der Lotteriefonds des Kantons Solothurn finanziell an diesem Buch beteiligt. «He nu so de», meinte Elisabeth Pfluger zu Beginn der Lesung, und erklärte in ihrem ersten Müsterchen, wie das Buch zu seinem Namen kam. Eine Geschichte, die mit dem bekannten Berner Künstler Paul Klee einiges zu tun hat.

Ein Vergnügen

Die Volkskundlerin gab ein paar ihrer Müsterchen zum Besten, und sie bei dieser Tätigkeit zu erleben, ist immer wieder ein besonderes Vergnügen. Sie erzählt ihre Geschichten auswendig, ahmt die verschiedenen Solothurner Dialekte verblüffend nach und weiss auch bei jeder Geschichte noch genau, wie und warum sie ihr zugetragen wurde. «Wenn ich in eine Wirtschaft gehe, setze ich mich nie alleine an einen Tisch, sondern immer an den Stammtisch», verriet sie. Sie frage dann gerne, woher die Leute kämen und wie sie heissen und erzähle schon mal von sich aus eine Schmunzelgeschichte. Sofort könne sie sich vor neuen Episoden und Anekdoten kaum retten.

Und zum Schluss noch eines dieser Müsterli, die Elisabeth Pfluger zum Besten gab: «Nochem Znachtässe isch en Egerchinger i Chittel gschloffe und hed zu sir Frau gseit: „Duu, i goo no gschwing i Stärne aabe?. Do hed si Frau afo jommere: „Nei gang nid! Mir ischs schlächt, hundseländ ischs mer. Glöubs numme, i stirbe hinecht!? Jetz hed de Maa si Chittel wider abzoge und hed brummled: „Also! Mira woll! So blybi halt deheim. Aber ass de wohr isch!?»

Fränzi Rütti-Saner

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