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Presseschau - Oltner Tagblatt MLZ, 31. März 2008

Elisabeth Pfluger wusste zu unterhalten

Olten Gemeinsamer Anlass von Pro Audito Olten mit aktiv 66+

Zu Gast im Saal der Pauluskirche Olten weilte kürzlich die renommierte Solothurnerin Elisabeth Pfluger, Volkskundlerin, Geschichtenerzählerin und Mundartautorin von einem Dutzend Büchern. Herzlich begrüsst wurde sie sowie die zahlreich erschienenen Mitglieder der Pro Audito Olten, die Gastrecht genossen, sowie die Junggebliebenen aktiv 66+ von Pfarrer Werner von Wartburg. Zur Einstimmung las er ein Bibelwort aus dem Buch Jeremia, bevor Pfluger das Zepter übernahm.

Mit Otto Feiers Gedicht «Mir Oltner», der die Eigenarten der Oltner charakterisiert - aufmüpfig war er seit jeher gegen die Solothurner Obrigkeit - stieg Pfluger mit ihrem Werk «Vill Haag und weeni Garte» in den humorgewürzten vergnüglichen Lesenachmittag ein, wobei viel gelacht und applaudiert wurde: «Mir Oltner si ne bsunderi Rasse;/Und alles Chnorze tüei mir hasse./En änge Geist stoht eus nit aa;/mir müese Wyti, Wyti haa!» Oltner trugen den Übernamen Frösche, und Olten hiess vor 200 Jahren (Franzoseneinfall 1798), weil viele Oltner Freunde der Franzosen waren, Patriotennest. Josef Reinhart schrieb: «Schaffe vo früeh bis spot; lache, as s Eländ vergoot!» Stadtpfarrer Bläsi bemerkte: «Eher geht die Welt unter, als dass die Oltner einmal zu früh in die Kirche und zu spät ins Theater kommen!»

An freundnachbarlichen Neckereien fehlte es nicht: «Wangen isch es Hüenerhuus; d Oltner frässe d Eier druss!/Olten isch e schöni Stadt; Trimbach isch dr Bättelsack;/d Oltner wärde gschyd und gschyder; d Trimbecher sie Hungerlyder!» Und Trimbachs Retourkutsche: «Z Wange blybt me hange, z Olte blybt me chlääbe; z Trimbech chasch guet läbe!» Und ein Boninger Poet ersann: «Die Katzen werdens im Hornig, und z Olte isch kei Ornig!» Ein altes Oltner Kindergedicht lautet: «Grüessech Fräulein Doredee! Heit dr öppe Ohreweh? Göit zum Doktor Christe; dä duet ech usemiste!»

 

Köstliche Begebenheiten enthält ihr letztes Werk der reichhaltigen Anekdotensammlung «He nu so de». Dies schrieb Paul Klee unter ein mit grosser Mühsal beendetes und in München ausgestelltes Gemälde. Worauf in der Zeitung stand: «Eines der anspruchvollsten Werke Paul Klees ist seine «Henus Ode». «S isch immer soo gsi!», macht bewusst: Hoch zu Ross sitzende Solothurner schauen auf die Oltner herab und die Oltner auf die Gäuer. Schlagfertig war Nationalrat Alban Müller, der von AZ-Redaktor Walter Kräuchi wegen Sitzungsschwänzens gemassregelt, pathetisch erwiderte: «Wo kann sich wohl ein gestresster Parlamentarier besser erholen als im grünen Wald, wo alles kräucht und fleugt.»

Als schlagfertig galt ebenfalls der Oltner Fürsprecher Dr. Rauber mit seinen Klienten: «Iir verzellet mir d Wohrhet, nüt als d Wohrhet, wenn denn mues gloge syy, machs ych.» Ein Müsterchen von der Oltner Lehrerin Mathilde Schenker, die einmal lispelnde Knaben in der Klasse zur Rede stellte: «Mir hei gsait, dir siged e Schöni - aber nume zum Gspass!» Von der Oltner Lehrerin Anna Bürgi wird berichtet, dass sie einen Dreikäsehoch heiraten wollte. - Im «Zängwehchäppeli» ob Kestenholz beteten Leute, die Zahnweh hatten, erklärte die Mutter den Buben. Logisch, belehrte der Ältere den Jüngeren, als der Vater Dr. Wyss die Ecce-Homo-Kapelle zeigte: «Dohii goht me go bätte, wenn men nes Ekzem hed!»

In der Pause gratulierte Pfarrer von Wartburg namentlich neun Frauen zum Geburtstag. Nach der lustigen Reminiszenz «Bischof und General» schloss Pfluger ihre Schatztruhe; sie erhielt einen Frühlingsstrauss überreicht.

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