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Presseschau - Glückspost, 17. April 2008

Marc Dietrich: «So fand ich ins Leben zurück»

Als Mitglied des Trios «Peter, Sue und Marc» war er ganz oben, nach einem Herzinfarkt und Burn-out ganz unten. Jetzt hat er seinen Weg aus dem Tief musikalisch aufgearbeitet - auch, um anderen Mut zu machen.

Energisch entsorgt Marc Dietrich (59) in der Berner Altstadt «Güsel» in eine dafür vorgesehene Abfalltonne. «Es ist schon eine Schande, dass jeder seinen Dreck einfach auf die Strasse wirft», empört sich der frühere Star des Erfolgs-Trios «Peter, Sue und Marc». Und er wird nicht müde, die fehlbaren Bürger immer wieder auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen. Ganz offiziell: Denn seit die Aktion «Subers Bärn – zäme geits!» ins Leben gerufen wurde, hat der arbeitslose ehemalige Liegenschaftsverwalter im Namen der Stadt Bern den Kampf gegen das Wegwerfen und wilde Plakatieren aufgenommen und verdient sich damit sein Geld.

Das ungemütliche Wetter lädt nicht gerade zum Verweilen im Freien ein, so entschliesst sich Marc Dietrich nach geraumer Zeit, in seinem Zunftkeller einen Espresso zu trinken. Er wirkt zufrieden, dabei ist es noch gar nicht lange her, da ging es ihm gar nicht gut. «Nach einem Herzinfarkt, beruflichem Stress und zwei Rückenoperationen fühlte ich mich völlig ausgebrannt und hatte sogar Selbstmordgedanken», erinnert sich Marc, der dann auch noch seinen Job verlor. «Ich fühlte mich wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt.» Diagnose: Burn-out!

 

«Anfänglich wollte ich gar nicht mehr aus dem Haus gehen, und auch später fühlte ich mich schlecht, wenn ich unter Leuten war. Bis ich mir sagte: «So, jetzt musst du eine Brücke über dieses Loch bauen!» Eine Brücke, die ihm seine Lebenspartnerin Beatrice, Freunde wie Ex-Musikpartner Peter Reber und seine drei erwachsenen Kinder schlugen. «Ohne sie hätte ich es nicht geschafft, wieder Gas zu geben», gibt Marc zu.

«Nebst ihnen und professioneller Hilfe half mir aber auch die Musik: Im vergangenen Jahr produzierte ich anlässlich meines kommenden 60. Geburtstages zusammen mit meinem ältesten Sohn Bruno die CD «Bärn-Bluus». Er war's denn auch, der mir die CD-Taufe organisierte. Ich bin so stolz auf ihn, auch gerade deswegen, weil er Musik macht und sich seinen eigenen Namen aufbaut.»

Marc Dietrich geht es also wieder gut - und er hofft, dass dieser Zustand auch anhält. Aber weil er die andere Seite kennt, hat er sich entschlossen, für das Buch «Seele am Abgrund - Burn-out und Depressionen» (siehe Box) einen authentischen Song zu schreiben und zu interpretieren. «Der "Börnaut-Bluus" soll allen Mut machen, ihren Weg aus dem Abgrund zu finden.»

 

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