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Presseschau - Sonntag/Mittellandzeitung, 2. Juni 2008

Frisch von der Leber

Worüber haben Sie sich das letzte Mal gefreut?
Es war ein unbeschreibliches Gefühl von Freude, Stolz und Aufbruch, als ich mein fertiges Buch zum ersten Mal in der Hand hatte.

Wofür sind Sie wem gegenüber dankbar?
Meinem ehemaligen Team vom Fitnessclub Skyline, das mir 20 Jahre lang engagiert den Rücken frei hielt und mir damit die Möglichkeit gab, «meinen ungewöhnlichen Weg» zu gehen.

Gibt es Lebensträume, die Sie aufgegeben haben?
Nein, im Gegenteil: Träume sind für mich emotionaler Treibstoff, sie sind für mich da, um sie frech und selbstbewusst zu verwirklichen.

Was wollen Sie nie mehr tun?
Schweigen, nicht ehrlich sein, Angst vor Fehlern haben.

Welchen Lebensmodus finden Sie besser: ein Ziel zu erreichen oder nichts zu verpassen?
Nichts zu verpassen, ist Stress pur. Ich geniesse es, den Weg der kleinen Siege zu gehen. Kleine Ziele setzen, die einfach zu erreichen sind, macht Spass, gibt Vertrauen und motiviert.

Haben Sie schon einmal Ihre Meinung fundamental geändert? Welche?
Die Scheidung, besser gesagt das Leben, hat mich an den Punkt gebracht: Ich schaue nicht mehr nur für die andern, sondern bin mir selber auch wichtig. Ich stehe zu mir und meinen Bedürfnissen.

Wenn Sie sich an Ihre Jugend und die Hoffnungen Ihrer Eltern erinnern – gibt es etwas, was Sie diametral anders gemacht haben?
Vieles: Weg vom Bravsein zum Frechsein, Lust auf Abenteuer, keine Angst vor dem Scheitern haben. Auch mit dem Risiko, auf die Schnauze zu fallen.

 

 

Der «Sonntag» stellt jede Woche zehn Fragen – angelehnt an Max Frischs 1972 erstmals publizierten «Fragebogen».

Ruedi Zahner (51), Buchautor, Referent. Ehemaliger Profifussballer beim FC Aarau, FC Zürich und FC Basel. Seit acht Jahren Motivationscoach, u. a. beim SFV für die U17-Auswahl, die 2002 den EM-Titel gewann.

Sein Buch «Frechheit siegt. Der ungewöhnliche Weg zum Erfolg» hatte gestern Vernissage in Aarau.

Was vermittelt Ihnen Heimatgefühl?
Heimat ist für mich die «homebase». Wald, Berge, Seen, der Ort, an den ich jederzeit zurückkommen kann, wo ich mich geborgen fühle, wo meine Freunde sind, wo ich willkommen bin, wo ich relaxed bin.

Was könnte für Sie Anlass sein, auszuwandern? Wohin würden Sie gehen?
Wenn wir Schweizer die Grenzen dichtmachen oder wenn ich meiner Freiheit beraubt werde. Nach Hawaii: Meer, Sonne, Berge – wilde Natur.

Was ist für Sie die Frage aller Fragen?
Was brauche ich, um wirklich zufrieden und glücklich zu sein?

 

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