Kennen Sie das bekannte Bild von Paul Klee, die «Henus Ode»? Nicht? Ein Werk des Berner Kunstmalers, das in der Fachwelt und beim geneigten Betrachter offenbar viele Fragen aufgeworfen hat. Spätestens die CD oder der gleichnamige Erzählband «He nu so de» bringen Licht ins Rätsel um den eigenwilligen Bildtitel. So will es zumindest eine Anekdote der 89-jährigen Volkskundlerin und Sagenerzählerin Elisabeth Pfluger, von deren Geschichten mit der soeben im Verlag Textwerkstatt erschienenen CD erstmals seit rund drei Jahrzehnten wieder ein Tonträger vorliegt.
Der Grossteil der Erzählungen stammt aus ihrem dreizehnten Buch «He nu so de», das im Herbst 2007 ebenfalls im Verlag Textwerkstatt erschienen ist. Auf der gleichnamigen CD sind zusätzlich bisher unveröffentlichte Anekdoten zu hören. Mit dem Hörbuch kann sich das Publikum die sympathische Erzählerin mit Gäuer Wurzeln direkt in die gute Stube holen und sich ihr sowohl urchiges wie fein moduliertes Erzählen zu Gemüte führen.
Seltsame Alltagsbegebenheiten erzählt sie mit viel Witz und Schalk. Schaut den Pfaffen ebenso aufs Maul wie den Stammtischbrüdern. Nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in die Schulstuben, wo die Ehrlichkeit des Kindermundes für so manche amüsante Episode sorgt oder packt lapidare Kommentare von Frischvermählten in humorvoll Nacherzähltes. Kurz, prägnant und immer zur Pointe zugespitzt wird Elisabeth Pflugers Erzählen zum kurzweiligen Vergnügen.
Eingeschoben ins Vorgelesene sind die unangestrengten, harmonisch-fliessenden Piano-Klänge von Roman Wyss. Unaufdringlich fügt er Volkslieder ins urchige Erzählgut ein und gibt diesen seine persönliche Note. Das Hörbuch wurde denn auch im Studio des Oltner Musikers aufgenommen. Lampenfieber soll die alte Dame keines verspürt haben. Ihre Anekdoten habe sie erzählt, als wärs die einfachste Sache der Welt. «Es war ein Erlebnis, mit Elisabeth Pfluger zu produzieren. Wir haben viel gelacht und uns köstlich amüsiert», so Wyss.
Die «heitere Erzählstunde mit Elisabeth Pfluger» dauert 74 Minuten und umfasst 50 Kürzesttexte der Solothurnerin. Mit einem Augenzwinkern durchleuchtet sie die Solothurner Volksseele auf ihre menschlichen Eigenarten und Unzulänglichkeiten. Lästermäuler, Jammerlappen, Schlaumeier und Schlitzohren gehören zu den Protagonisten ihrer Anekdoten, die von ebenso alltäglichen, wie vertrackten Begebenheiten erzählen. Und so ist für vergnügliche Momente gesorgt, wenn sich mit der CD das bunte Figurenkarussell dreht.