Der Autor schildert in diesem Buch seinen jahrelang andauernden Leidensweg, das erdrückende Gewicht und die Qual der Ängste, der Panik, der Zweifel und der Zwangs- und Wahnvorstellungen, mit denen er als Schizophrenieerkrankter zu kämpfen hatte und immer noch hat. Er gibt auch Einblick in die Umstände, die aus seiner Sicht zum Ausbruch der Krankheit geführt haben. Die Therapie, die es ihm ermöglicht hat, die Kontrolle über sein Leben wieder zu erlangen kommt auch zum Zuge, wie auch die berufliche Druck- und Stresssituation, die zum Rückfall führte.
Nicht nur Therapeuten ist dieses Buch zu empfehlen, sondern ebenfalls Personen, welche solche Patienten im Alltag begleiten, den Familienmitgliedern, den Freunden und Kollegen. Diese Welt mit den «ver-rückten» Wahrnehmungen ist den meisten sehr fremd und der vorliegende Text erlaubt es, darin Einblick zu finden. Er weckt mehr Verständnis für die damit verbundenen Schwierigkeiten und vermag die geläufige Meinung zu korrigieren, solche Menschen seien in der Gesellschaft nicht integrierbar oder seien Profiteure der sozialen Institutionen.
Die Wichtigkeit der therapeutischen Begleitung und Unterstützung im Heilprozess tritt klar zu Tage. Allerdings entsprechen die Dauer und die Frequenz der Therapiestunden, die der Autor geniessen konnte, nicht den jetzt gültigen KVG-Vorschriften...
Dieses Buch ist geeignet als Pflichtlektüre für die Volksvertreter in Bern, welche die Gesundheitspolitik bestimmen, und warum nicht auch für die Spitzenmanager, die gar zu schnell vergessen, dass Arbeitskräfte menschliche Wesen sind und nicht nur Befehle ausführende, auf Effizienz programmierte Automaten.
Dr. med. Evefine Richard, Fribourg