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Presseschau - Thurgauer Zeitung, 24. September 2008

Ruhepunkte im Alltag schaffen

Wenn er die Macht dazu hätte, würde er allen Leuten befehlen, sich endlich auszuruhen, sagt Bernhard Brändli- Dietwyler. In seinem neuen Buch gibt der Hüttwiler Anleitung für regelmässige Pausen.

Was Mitte der Neunzigerjahre noch als Bedrohung gegolten habe, sei mittlerweile Tatsache geworden: die Erschöpfung der Gesellschaft. Übermüdung und Stress hätten Überhand genommen, sagt Bernhard Brändli-Dietwyler. «Und die gesellschaftliche Situation wird immer dramatischer.» Wir müssten deshalb dringend wieder lernen, zur Ruhe zu kommen. Acht bis zehn Stunden Schlaf benötige unser Körper. Doch damit nicht genug: Auch tagsüber sollten wir uns bewusst ausruhen. Aber nicht, indem wir nette Kaffeestündchen einlegen. In seinem Buch «Ruhe!Punkt.» beschreibt Brändli-Dietwyler dies als Aktivität. Genauso, wie ein Toilettenbesuch, TV-Unterhaltung oder eine Essenspause Aktivitäten seien. Der Autor meint Pausen, während derer man sich wenn möglich hinlegt und abschaltet.

 

Energie tanken

Der 57-Jährige selber macht das mehrmals täglich. «Eineinhalb Stunden arbeiten und dann 20 Minuten ruhen», so seine Devise. Seine Aktivitäten richte er nach den Ruhezeiten, sagt er. Oft dient ihm zum Ruhen das rote Sofa im Wohnzimmer. Aber auch wenn er unterwegs ist, macht er Pausen – im Zug, in einem Büro oder draussen in der Natur zum Beispiel. «Die Energie, die den Körper verlässt, muss wieder rein», ist er überzeugt. Schon vor über 20 Jahren hat ihm das eingeleuchtet. Damals war er als Psychotherapeut tätig. Bei einem Weiterbildungskurs habe er den Erfinder der 20-Minuten-Pause kennen gelernt: Ernest Rossi. Seither beschäftigt er sich zusammen mit seiner Frau Elsbeth intensiv mit unserer persönlichen Energiebalance. Er begann Gespräche darüber mit anderen Menschen zu führen, probierte selber aus, auf welche Arten er am besten Energie tanken kann und warf auch einen Blick auf die Tierwelt. Zu einem Vorbild wurde ihm Katze Fiepi. Die macht ihre «Nichtstun-Pausen» automatisch. Wenn sie dann in Aktion ist, dann «liegt Pfeffer drin». Genauso wäre es bei uns, wenn wir uns regelmässig regenerieren würden, ist Brändli-Dietwyler überzeugt. «Wir wären konzentrierter bei der Sache.» Dass die Umsetzung von Ruhezeiten in der heutigen Zeit für viele schwierig sein dürfte, weiss er selber. Deshalb arbeitet er zurzeit an einem Folgeprojekt: In einem neuen Band schreibt er darüber, wie das Energiemanagement in Firmen umgesetzt werden kann.

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