Startseite Navigation Inhalt Kontakt
Knapp Verlag
Bücher-Shop

Presseschau - Zürichsee Zeitung, 13. September 2008

Autoren-Talk zum Thema Burn-out und Depression stiess auf grosses Interesse

Ein Tabuthema angesprochen

Rund 100 Personen besuchten am Donnerstag den ersten Autoren-Talk in der March. Ruedi Josuran und Thomas Knapp sprachen über die eigenen Erfahrungen während eines Burn-outs.

Burn-out ist allgegenwärtig in der Gesellschaft und nach wie vor ein Tabuthema. Das Burnout-Syndrom bezeichnet einen Zustand von innerer Leere, totaler seelischer und körperlicher Verausgabung. Mark Dietrichs «Burn-out-Blues», der zu Beginn des Abends abgespielt wurde, verdeutlichte, wie wichtig es ist, bei einem Burn-out nach vorne zu schauen und nicht aufzugeben. Was macht man, wenn der Partner, Mitarbeiter oder ein enger Freund darunter leidet? Um Vorurteile abzubauen und zu informieren, wie Betroffene, aber auch deren Angehörige sich dabei verhalten sollten, haben die Initianten Gaby und Roland Janser den Anlass im Restaurant Golfpark in Wangen organisiert. Der Verleger Thomas Knapp sowie der frühere Radio-DRS-1-Moderator Ruedi Josuran kennen Burn-out und Depression aus eigener Erfahrung und haben während ihrer Diskussion wichtige Aspekte der Thematik geschildert. Im zweiten Teil wurde der Talk durch Roland Weber, Chefarzt des Sozialpsychiatrischen Diensts des Kantons Schwyz, ergänzt.

Ständig überfordert

Das Burn-out kann jeden Menschen treffen. Den meisten Betroffenen und Angehörigen fällt es schwer, offen mit dem Burn-out umzugehen, weil Schuldgefühle und Scham gross sind. «Aufgrund der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Burn-outs wird oft keine oder zu spät Hilfe angenommen», erklärt Ruedi Josuran. Wem hat Thomas Knapp von den Symptomen erzählt, als er sie bemerkt hat? Das Schwierigste sei, so erklärt er, dass man die Krankheit einer Person nicht ansehe. Er musste sich rechtfertigen und etwas beschreiben, das er nicht kannte.

 

Ruedi Josuran erzählt, wie er sich zu allem überwinden musste, insbesondere unter Menschen zu gehen, auch wenn er generell ein geselliger Typ ist. Der Unterschied zwischen Traurigkeitsphasen und Depression ist die Abwesenheit der Gefühle - also auch keine Tränen. Man kommt in eine Phase, wo man den Zugang zu sich selbst nicht mehr hat. Thomas Knapp verdeutlicht: Die Kluft zwischen Anspruch und Möglichkeit wird immer grösser, und dies ist etwas vom Schlimmsten. Man fühlt sich ständig überfordert, und Aufmunterungsversuche anderer können nicht helfen.

Prävention und Heilung

Präventive Massnahmen, um sich vor einem Burn-out zu schützen, gibt es in dem Sinne, als jene auch zur Heilung des Burn-outs wichtig sind. Man muss über seine Probleme sprechen, sie nicht verschweigen. «Gefühlsknäuel» von Schuld, Scham und Versagen müssen beim Burn-out aufgelöst werden. Man kann präventiv schauen, dass sie gar nicht erst in grossem Masse entstehen. Schliesslich ist es wichtig, dass man selbst, aber auch der Partner zum Burn-out steht und dies auch nach aussen kommuniziert und es nicht verheimlicht. Versagens-Erlebnisse können Menschen enorm verunsichern, erklärt Roland Weber. Doch den Schein einer heilen Welt aufrechterhalten zu wollen, verhindert die Heilung und die Chance, aus dem Burn-out etwas zu lernen und sich im positiven Sinne zu verändern. Menschen in einer Krise verlieren die Hoffnung, doch Fakt ist, dass man jedem Menschen zu Wachstum und Entwicklung verhelfen kann, erklärt Roland Weber weiter. In der Praxis sieht er, dass die Leute rund fünf Jahre zu spät ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Für den Betroffenen ist es wichtig, auf Anmerkungen aus dem Umfeld zu hören und sie ernst zu nehmen. Die eigene Achtsamkeit ist sehr wichtig, man sollte Dinge öfters bewusst planen und sich selber hinterfragen.

[ Zurück zur Presseschau ]

 

pages by chilimedia