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Presseschau - Solothurner Zeitung, 16. Oktober 2008

«Vorzeigepatient» will Leidensgenossen helfen

Derendingen Roland Aebi macht mit seinem Ratgeber jungen Diabetikern Mut - mit Erfolg: Das Buch verkauft sich gut

«Zuckerkranke werden oft in einem schlechten Licht dargestellt», sagt Roland Aebi. Um das zu ändern, hat der Diabetiker ein Buch geschrieben. Sein Schlüssel zu einem glücklichen Diabetikerleben ist der Sport.

Wer sich über Diabetes informieren will, findet im Buchhandel vor allem Fachliteratur, weniger aber Erfahrungsberichte von Betroffenen. «Bücher von Theoretikern sind oft kompliziert und für den Laien schwer verständlich», sagt Roland Aebi. Also hat er selber zur Feder gegriffen und über seine Erfahrungen mit Diabetes geschrieben. Erfahrungen hat der 73-jährige Derendinger in seinem Leben genug gemacht, seit die Krankheit bei ihm vor 56 Jahren diagnostiziert wurde. Auf eindrückliche Art schildert Aebi, wie er damit umgeht und wie er Rückschläge gemeistert hat. Durch die sehr persönliche Sichtweise erhält das Buch den Charakter eines Ratgebers. Aebi erläutert etwa, welche Reisevorkehrungen als Diabetiker zu treffen sind, was bei sich abzeichnenden Notfällen zu tun ist oder wie man ohne grosse Einschränkungen Sport betreiben kann.

Fachbeiträge ergänzen Erfahrungsbericht

Überhaupt kommt dem Sport in Aebis Leben eine dominierende Rolle zu. So trägt die Publikation denn auch den Titel «Diabetes und Sport ist ein Zuckerschlecken». Als aktiver Velofahrer und Golfer sowie als ehemaliger Fussball-, Eishockey-, und Tennisspieler ist Aebi der festen Überzeugung, dass er dank seinem ausgeprägten Bewegungsdrang von Folgeschäden verschont geblieben ist. «Oftmals wird im Zusammenhang mit Diabetes über Beinamputationen oder Blindheit berichtet. Das möchte ich mit meinem Buch ändern», sagt Aebi. Natürlich habe auch er Angst vor diesen Folgeschäden, aber er werde dadurch auch zur sportlichen Betätigung angespornt.

 

Dass Bewegung ein erprobtes Mittel zur Gesundheitsförderung eines Diabetikers ist, belegen auch Fachbeiträge - ohne diese kommt auch Aebis Publikation nicht aus. So erläutert Sportarzt Adrian Burki, dass körperliche Aktivität eine wichtige Massnahme zur Senkung des Blutzuckers darstellt. Burki ist Facharzt für allgemeine Medizin in Solothurn und Leitender Arzt im Swiss Olympic Medical Center in Magglingen. Verständlich zeigt er auf, was Diabetes überhaupt ist, wo die Gefahren liegen und wie er den «Wunschpatienten» Roland Aebi einschätzt.

Etwas mehr medizinische Fachbegriffe braucht der behandelnde Augenarzt Markus Schreier in seinem Beitrag. Auch er bestätigt, dass durch die stetige körperliche Anstrengung Aebis diabetesbedingte Spätkomplikationen minimiert wurden. Damit sei er ein Vorzeigepatient. «Ich will mit dem Buch jungen Diabetikern Trost spenden und aufzeigen, dass man trotz der Zuckerkrankheit mit einigen Vorsichtsmassnahmen ein normales Leben führen kann», sagt der Derendinger. Das Buch sei aber auch an Angehörige gerichtet oder an Pflegefachpersonal in Ausbildung.

Bereits ist ein guter Teil der ersten Auflage verkauft und Roland Aebi ist überzeugt, dass bald nachgedruckt werden muss. Sein Engagement habe sich bereits gelohnt, wenn einige Leute von seinem Buch profitieren könnten. «Dass ich eigentlich gar nicht gerne schreibe, spielt dabei keine Rolle.»

«Diabetes und Sport ist ein Zuckerschlecken» ist im Verlag Textwerkstatt erschienen. Vernissage mit Apéro heute Abend, 19 Uhr, im Bücher Lüthy in Solothurn.

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