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Presseschau - Blick, 27. März 2009

BLICKSPORT

Siegen auch unter Stress

Von Benny Epstein

KRAFTWERK - Sportpsychologe Ruedi Zahner verrät, was Ottmar Hitzfeld von Mentaltraining hält.

Blick: Was bringt Mentaltraining einem Sportler?
Ruedi Zahner: Man lernt, unter Stress – wenns um etwas geht – sein Potenzial abzurufen. Typisch ist die sogenannte Visualisierung. Da werden Situationen einstudiert, wie sie im Match dann auch vorkommen.

Um Überraschungen vorzubeugen?
Ja, und um den Glauben an sich selbst zu stärken. Die Idee stammt von den Astronauten. Eine der ersten Sätze von Neill Armstrong auf dem Mond war: «Das ist ja wie im Training.»

Wie sieht ein Besuch beim Mentaltrainer aus?
Das ist ganz unterschiedlich. Aber keiner liegt auf der Couch, das ist ein Klischee. Manche liegen auf der Matte, andere sitzen. Wichtig ist die Entspannung.

 

 

 

Im Mannschaftssport ist diese Art Training noch nicht sehr verbreitet.
Das liegt am falschen Verständnis des Männerbilds. Der Mann darf keine Schwächen zeigen. Darum ist Mentaltraining nach wie vor ein Tabuthema.

Seit wann vertrauen Sie dem Mentaltraining?
Ich lernte es als Spieler beim SC Zug kennen. Ottmar Hitzfeld war unser Trainer und hat es veranlasst. Er weiss, wie wichtig Mentaltraining ist. Wir sind auf einer Matte gelegen und haben einer Frau zugehört. Zum Schluss haben wir uns stark gefühlt und sind völlig überraschend in die Nati A aufgestiegen.

Ruedi Zahner war Fussballprofi (u. a. Meister und Cupsieger mit Aarau) und Trainer. Heute arbeitet der 52-Jährige als Sportpsychologe, unter anderem für die U21. 2008 veröffentlichte er das Buch «Frechheit siegt!» über die Philosophie des Gewinnens.

 

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