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Presseschau - Die Südostschweiz, 10. Mai 2009

Kritisches aus der «Monarchie Schweiz»

Am Donnerstag, 14. Mai, liest der bekannte Schweizer Schriftsteller Alex Capus auf der Piazza der Landesbibliothek in Glarus aus seinem eben erschienenen Werk «Der König von Olten».

Die Buchhandlung Baeschlin und die Freunde der Landesbibliothek laden zu einem Abend, der Vergnügen und lustvolle Satire über die Kleinstadt sprachlich brillant mischt. Olten und Schriftstellerei, das hat in der Schweiz schon fast Tradition. Wegen der «Gruppe Olten» und wegen Franz Hohler. Alex Capus geht mit seinem Erzählband «Der König von Olten» in Hohlers Spuren, schreibt herrlich leicht und undogmatisch über eine Eisenbahnerstadt, die ihren Glanz etwas eingebüsst hat. Insofern ist sie anderen kleineren Städten der Schweiz nicht unähnlich.

Vielfältiges Schaffen

Die Schweiz - und dabei vor allem das Mittelland - führt in der literarischen Selbst-Wahrnehmung nach wie vor ein Schattendasein. Doch dem hat Alex Capus in den letzten Jahren einiges entgegengesetzt. Etwa mit «Munzinger Pascha» über den Schweizer Afrikaforscher Werner Munzinger. Oder mit den zehn Porträts von Patriarchen des 19. Jahrhunderts, über Leute wie Maggi, Nestlé, Bally, Hoffmann-La Roche oder Lindt.

 

Sein Werk «Himmelsstürmer» erzählt neben der Lebensgeschichte von Madame Tussaud (eigentlich ein Berner Dienstmädchen namens Marie Grosholtz) oder jener des Revolutionärs Jean-Paul Marat auch die Lebensgeschichte von Fritz Zwicky, dem weltberühmten Glarner Astronomen.

Stripper und Eisenbahner

«Der König von Olten» dagegen ist mehr als die Biografie einer Stadt, er ist eine Liebeserklärung, wenn auch eine kritische. Hier kommen der Stripper mit dem Holzbein vor und der Duft des nassen Kopfsteinpflasters, die Eisenbahner, der Geruch von Wernli, Sunlight und Von-Roll und - der König von Olten. Alex Capus wird an seiner Lesung den Glarnerinnen und Glarnern wohl verraten, wer dieser König ist und wie er sein Stadtkönigreich regiert. Wie schön muss es in Olten sein, wo hie und da auch etwas nicht funktioniert. Oder wie Capus sagt: «Plant Olten mal eine Flaniermeile am Flussufer, wirds zum Schluss immer nur ein Imbissstand.»

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