Heute feiert die Volkskundlerin, die ihre Wurzeln in Härkingen hat, ihren 90. Geburtstag. Sie erholt sich zwar gerade von einem Spitalaufenthalt, aber am Wochenende will sie wieder topfit sein.
Bis gestern vor einer Woche war Elisabeth Pfluger noch im Spital, mochte allerdings gar nicht gerne im Bett liegen. Sie erholt sich vorzüglich: «Es geht mir jeden Tag besser», sagt sie, die wegen Rückenproblemen ins Spital musste. Heute – an ihrem 90. Geburtstag – möchte sie es ruhig angehen, dafür aber am Wochenende fit sein für die Freunde und Verwandten, aber auch für die Buchvernissage Ende Woche.
Die Hommage «Elisabeth Pfluger, ein Leben für die Volkskunde» ist bereits ab heute in den Buchhandlungen erhältlich (siehe Kasten unten, zum Thema vgl. auch «OT Sonntag» vom 18. Oktober 2009). Autor ist Hans Brunner, ehemaliger Lehrer und Konservator des Historischen Museums Olten sowie Initiant des Kulturweges an der Aare in Winznau. Beim Lesen des Buches ist gut zu spüren, dass die Zusammenarbeit den beiden Spass machte, so ist viel zu erfahren: Zum einen Historisches aus dem Gäu, wo die Volkskundlerin ihre Kindheit verbrachte, zum anderen dürfen natürlich auch hier die Sagen und Anekdoten nicht fehlen. Als Beispiel der Titel «Wei luege», darin geht es um den Härkinger Schuhmacher «Studer Alfred», der sich anno 1932 ein Occasionauto leisten konnte, er kaufte es dem Jura-Chef in Niederbuchsiten ab. Auch sehr interessant ist das Interview von Hans Brunner, wo er Elisabeth Pfluger Fragen wie «Du hast keinen Computer?» oder «Achtest du besonders auf gesunde Ernährung?» stellt.
«Es ist schon ein lustiges Gefühl, dass eine Hommage an mich herausgegeben wird», sinniert die Jubilarin, die noch Stoff für zahlreiche Bücher auf Lager hat.
Was normalerweise zum Jahresbeginn gebacken wird, kann schon heute zu Ehren von Elisabeth Pfluger ausprobiert und den Liebsten serviert werden – schliesslich ist heute der persönliche «Neujahrstag» der Volkskundlerin. Das Rezept stammt aus dem neuen Buch «Elisabeth Pfluger, ein Leben für die Heimatkunde»: Das Gäuer Neujahrsrad: Zunächst einmal braucht es Züpfenteig. «Züpfen sind ein überliefertes Neujahrsgebäck nach dem Motto: So manches Haar, so manches gute Jahr», weiss Pfluger. Das Neujahrsrad habe eine ältere Tradition. Es sei ein Sinnbild des kommenden Jahreslaufs. «Die sechs Täubchen sind unsere guten Wünsche und die Rose die Freude, die auf uns harrt.» Zutaten: 40 g Hefe (1 Würfel), 5 g Zucker, 1 Kilogramm Mehl, 150 g Butter, 22 g Salz, 90 g Joghurt nature, 6 dl Milch beigeben und vermischen. Teig so lange kneten, bis er glatt und elastisch ist. Teig zugedeckt um das Doppelte aufgehen lassen. Nochmals kurz durchkneten, Zopf fantasievoll oder auch schlicht zu einem Ring flechten, leicht aufgehen lassen, wenn möglich kurz kalt stellen, mit Eigelb bestreichen und backen. Vorheizen, 10 Minuten bei 200 Grad. Backen: 40-50 Minuten bei 200 Grad in zweite Rille einschieben. Anekdoten zum Rezept sind im neuen Buch ersichtlich.
Ab heute, pünktlich zum 90. Geburtstag, in den Buchhandlungen erhältlich:
«Elisabeth Pfluger – Ein Leben für die Volkskunde» von Hans Brunner, Knapp Verlag, 34 Franken, ISBN 978-3-905848-15-1