Als «Verlag Textwerkstatt» fing es an. Heute wird in Olten als Knapp-Verlag firmiert. Dazwischen liegen ein paar Wochen und ein Ereignis: Alex Capus’ Geschichtenband «Der König von Olten». In der 4. Auflage liegt das Bändchen bereits vor, bei 23000 verkauften Exemplaren.
Inzwischen hat der König sein Reich erweitert. Bereits Anfang November erschien «Solothurn liegt am Meer» mit Reden und Aufsätzen des Solothurners Franco Supino .
Olten und Solothurn: Diese geografische Ortung ist Programm. Am Dienstag lädt Thomas Knapp zum dritten Streich aus seinem Verlag. Auf Supinos Umtopfung der Ambassadorenstadt ans Meer folgt Reto Stampflis «Tatsächlich Solothurn», eine Auswahl der Zeitungskolumnen des Theologen und Deutschlehrers.
Thomas Knapp ist nach dem überraschenden Erfolg von Capus’ «König von Olten» offensichtlich auf den Geschmack gekommen. Aber nicht nur. «Offenbar schätzen die Leute Geschichten aus der Nähe», sagt Knapp. Seine These scheint Supinos Solothurn-Buch zu belegen. Obwohl es vordergründig nur ein überschaubares Publikum anspricht, wurden bereits deutlich über tausend Exemplare abgesetzt.
Und es geht im gleichen Takt weiter. Im April 2010 wird Thomas Breuers «Gubrist – mon amour» erhältlich sein. Darin versammelt sind viele neue Texte über die Schweiz, Glossen, Betrachtungen und Satiren des deutschen Autors und Kabarettisten. Im gleichen Monat gibt es für AZ-Leser ein Wiedersehen mit einer Textauswahl von Jürg Meiers «Meiereien». Im September schliesslich ist Bern zu Gast beim Knapp-Verlag. Autorin ist Ariane von Graffenried.
«Perlenreihe» heisst verlagsintern, was von Olten aus in die Schweiz funkeln soll. Hinter der Form – alle Bändchen sind gleich gross, von Jörg Binz illustriert und es wird etwas edleres Papier als das buchhandelsübliche verwendet – und der geografischen Situierung steckt auch eine weitere Philosophie, die ohne Chauvinismus vielleicht mal auch als Marketinginstrument genutzt werden kann. Im Impressum steht: «Dieses Buch wurde in der Schweiz hergestellt.»
Was kommt? Es perlen bereits ein paar weitere Namen in der Reihe, sagt Verleger Knapp. Welche, verrät er nicht. Wen er jedoch liebend gerne zu einem Olten-Buch locken würde: Franz Hohler und Peter Bichsel zum Beispiel. Beide haben ihre Jugend in Olten verbracht.