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Presseschau: Schwarzwälder Bote, 1. Juni 2010

Der Schweiz ganz sicher zugewandt

Buch von Thomas C. Breuer beleuchtet eidgenössische Akzente

Unter den der Eidgenossenschaft zugewandten Bürger Rottweils gibt es zumindest einen, der nicht nur mit einiger Regelmäßigkeit dort zu Gast ist, sondern sich in Teilen der Confoederationis Helveticae auch einen Namen gemacht hat. So verwundert es nicht, dass das neue Buch von Thomas C. Breuer sogar in einer Schweizer Reihe erschienen ist. »Gubrist, mon amour« heißt es und fUhrt eine Reihe fort, in der seit vergangenem Jahr beispielsweise auch der ehemalige Rottweiler Stadtschreiber Franco Supino mit »Solothurn liegt am Meer« vertreten ist.

Der Gast aus Deutschland versucht es erst gar nicht mit vornehmer - das wäre auch allzu bescheiden - Zurückhaltung. Höflich zwar, aber bestimmt, vor allem unbestechlich und auf jeden Fall mit wachem Auge und Verstand nähert sich Thomas C. Breuer in seinen kurzen Texten der Schweiz, so wie er sie quasi »in- und auswändig« kennen gelernt hat. Als Kabarettist ist er nicht nur scharfsichtiger Beobachter, sondern eben auch scharfzüngiger Interpret - und sprachlich ohnehin ein Spieler, dem Assoziationen nur so zufliegen, wo andere noch mühsam konstruieren. Was mitunter zunächst allzu frei schwebend und weit hergeholt erscheint, schmiegt Breuer in ein zwingendes Ganzes. Im Zweifelsfall schließt der Ton die Lücken.

 

 

So eröffnet der Autor ein reich gefülltes Archiv an Absurditäten und Skmrilitäten, deren Reflexion der Alltag längst ausgeblendet hat, und die, so nüchtern herausgearbeitet, doch nichts von ihrem Charme verloren haben. Geradezu philosophisch geraten die Betrachtungen etwa zum Titel gebenden Tunnelbau oder zur atemlosen Städtereise. Politische Themen scheut Breuer nicht. Im Gegenteil. Kriminelle Tendenzen in der jüngeren Generation oder Probleme, die die Polit-Prominenz oder das militärische Selbstverständnis aufwerfen, finden Einzug. So gut Distanz tut, so deutlich erhöht übrigens eine gewisses Grundverständnis in Sachen Schweiz den Lesespaß. Der Autor selbst hat sich dessen ja auch bedient.

 

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