Betritt man den neu gestalteten Ausstellungsraum im Restaurant Mittlerer Balmberg, findet man sich beinahe in einem kleinen Stück Wald wieder. Verschiedene einheimische Tiere blicken von Stämmen, Steinen oder von bemoostem Boden zur Mitte hin. Unter den vielen Tieren erscheint der Luchs wie ein süsses Kuscheltier, welches leider nicht in den Arm genommen werden darf. Denn die Präparate dürfen nicht berührt werden, weil sie unter anderem vom Naturmuseum Solothurn für die Jagdausstellung zur Verfügung gestellt wurden. Einzig dem Keiler darf über die braun gesprenkelten Borsten gestreichelt werden. In einer Ecke steht eine Vitrine mit Jagdutensilien. Dazu kann man sich auf einem Merkblatt über das Programm der Jungjägerausbildung im Kanton Bern informieren.
Um etwas über die ausgestellten Tiere erfahren zu können, hat Melanie Hauswirth, Wirtin des Restaurants Mittlerer Balmberg, eigens einen Ausstellungsführer geschrieben. Neben dem Verhalten von Rehwild, Siebenschläfer oder Buntspecht findet sich darin auch eine Übersicht zu den Aufgaben eines Jägers während des Jahres.
Als Jägerin müsse man Tiere in jedem Altersstadium, geschützte Arten sowie Pflanzen und Bäume auch an Wintertagen erkennen können. Das Wissen des Försters sei sozusagen Grundlage, erklärt Hauswirth. Früher seien Jäger die Bösen gewesen und hätten mehr oder weniger drauflosgeschossen, ergänzt Fredy Boillat, Wirt des Restaurants Mittlerer Balmberg. Heutzutage versuche der Jäger, das Gleichgewicht in der Tierwelt zu erhalten. Er schütze Flora und Fauna und sei ein Teil des Zyklus. Aufgrund der Jagdbestände, die jeweils im Frühling herausgegeben werden, weiss der Jäger, wie viel er schiessen darf, um das Gleichgewicht beizubehalten.
Die Ausstellung soll zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Schon lange war sie geplant, doch erst mit dem Erscheinen des Buches «Das sagenhafte Wanderbuch – vom Balmberg zum Weissenstein» von Franz Walter, mit Illustrationen von Rolf Imbach, fand sich eine Gelegenheit. Melanie Hauswirth lieferte das Material zu den Hintergründen. Deshalb bot sich eine Lesung des Autors zur Eröffnung der Jagdausstellung an. Diese fand in einem familiären Rahmen statt, wie Walter meinte. Dann begann er zu lesen. Er beschreibt bildhaft, wie der Wanderführer Hüli seine Wandergruppe in die Natur, die Welt der Tiere oder in faszinierende Geschichten und Sagen eintauchen lässt. Das etwas andere Wanderbuch gibt sogar Aufschluss über die Namensgebung des Balmbergs: Balm bedeutet Höhlung und überhängender Fels.