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Presseschau: Berner Bär, 24. August 2010

Bernischer Mikrokosmos

Die Autorin, Journalistin und Theaterwissenschaftlerin Ariane von Graffenried legt ihre im Bund erschienenen Kolumnen über die Diakonissin Fleur in Buchform auf. «Fleur de Bern» beeindruckt durch eine starke Sprache und überraschende Szenarien

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Die eher zierliche Ariane von Graffenried ist uns an verschiedenen Lesungen und Spoken Word-Anlässen aufgefallen.
Auch in der letztes Jahr erschienenen CD «Tittanic» ist ihre Stimme, nebst Beiträgen von sieben weiteren Autorinnen, zu hören. Die Wortkünstlerin überrascht uns immer wieder mit starken Texten, die auf den ersten Blick harmlos daherkommen: Ihr Auftritt ist meistens schlicht, bescheiden und zurückhaltend, umso scharfzüngiger und schräger und manchmal auch bissig kommen ihre Texte daher, überraschen beim zweiten Hinhören durch Humor und Witz genauso wie durch leise kritische Töne im gesellschaftlichen, politischen und sozialen Bereich. Dabei pendelt sie oft zwischen Tradition und Moderne, zwischen Angepasstem und Fantasievoll-Kreativem, überlässt dem Publikum viel Spielraum beim Einschätzen der Anspielungen und Zwischentöne.
Bekannt wurde sie als Elsa Fitzgerald bei dem Spoken Word & Elektrobass-Duo Fitzgerald & Rimini. In ihrem Kolumnenbuch «Fleur de Bern» bringt die Bernerin ein Bild des bernischen Mikrokosmos, der auch für die Schweiz zwischen Tradition und Moderne steht, auf den Punkt. Der Blick auf das engere Umfeld verbindet sich aber immer auch mit der Welt.

 

Heldin mit Haube

In den Kolumnen-Geschichten erzählt Ariane von Graffenried von den Streifzügen der Diakonissin Fleur durch die Stadt Bern. Die Heldin mit Haube besitzt eine rege Fantasie und eine fast liebenswerte Aufmüpfigkeit: Sie legt sich mit den Broncos genauso an wie mit James Bond, Ueli Maurer oder einem maskierten deutschen Aussenminister. Derweil sitzt ihr Uri Geller im Nacken und verunstaltet im Altenheim Oranienburg sämtliche Kaffeelöffel. Die Illustrationen in den zwölf Episoden stammen von Nico Gurtner und bestechen durch ihre klare Linie. Der Künstler ist seit Kindesbeinen den Zeichenstiften verfallen.
Comic, Illustration und Grafik begleiten ihn seither, auch nach 33 Jahren kommt er nicht davon ab. Die erfreuliche Vereinigung von Text und Illustration ist lesenwert, an der Buchvernissage im Stauffacher wird die Stimme der Autorin eine zusätzliche Wirkung erzielen.

 

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