Da flockt eine Herde aus gelben Schäfchenwolken über seinen Gipfel, dort tastet sich ein Mondstrahl an es heran: Das Balmfluhköpfli ob Günsberg ist Gegenstand vieler Aquarelle des Künstlers Rolf Imbach. Er taucht es mit leichter Hand in wunderbare Stimmungen, verziert es auch schon mal mit einem Heiligenschein und lässt es einen grossen Vogel erstaunt begutachten. Nicht nur das «Köpfli», sondern der gesamte Balmberg muss für Imbach ein heiterer Ort sein, der zaubert und verzaubert.Die im Kirchgemeindehaus Günsberg gezeigten Aquarelle sind basierend auf den Recherchen für «Das sagenhafte Wanderbuch – Vom Balmberg zum Weissenstein» entstanden.
«Der Balmberg ist ein Freund des Menschen», sagte Kantonsschullehrer Reto Stampfli in seiner Ansprache und bewies diese Behauptung mit einer eigenen kleinen Geschichte: Mount Everest, K2, Kilimandscharo, Mont Blanc und Eiger treffen sich zu einem Wettbewerb, um den schönsten Berg zu küren. Dabei lassen sie Lawinen ins Tal poltern, Schneestürme toben. Auch der kleine Balmberg mischt mit. Lawinen hat er nicht zu bieten, aber er kann mit dem Satz: «Wer mich besteigt, kann auf eine friedliche Welt blicken» Sympathien gewinnen.
Rolf Imbach muss auf seinen Wanderungen und Vogelexkursionen oft auf diese friedliche Welt geblickt haben. Fast täglich hatte er aber den Balmberg vor Augen. Und zwar, wie er in seiner Ansprache erzählte, 25 Jahre lang von seinem Atelierfenster in Hubersdorf aus. Nun wird er seinem Berg etwas untreu: «Das neue Wanderbuch hat sich so gut verkauft, dass nun ein weiteres über die zweite Jurakette entsteht. Es geht nun also wieder ans Wandern.»
Neben den Balmberg-Impressionen sind an der Ausstellung die Illustrationen für den Familienkalender 2011 «Wenn Kinder fragen» zu sehen. Reto Stampfli bezeichnete den Hauptverantwortlichen für den Kalender, Pfarrer Samuel Stucki aus Riedholz, wie Imbach als jemanden, der unterwegs ist. Unterwegs zu den Menschen. Das merke man dem Kalender an, der nichts Weltfremdes an sich habe.
Haben Familienkalender und das «Sagenhafte Wanderbuch» ausser dem Künstler etwas gemeinsam? Durchaus, meinte Pfarrer Stucki: «Ich bin selber oft auf dem Balmberg anzutreffen, kenne dort viele Orte, die sich gut zum Nachdenken eignen.» Antworten auf Kinderfragen wie «Was macht mich glücklich?» oder «Ist Gott durchsichtig» seien gar nicht so einfach zu finden. «Am besten ist es, mit dem Kind zusammen eine Antwort zu suchen», sagte Samuel Stucki, «der Balmberg beantwortet die Fragen nicht, aber man kann die Fragen besser aushalten.» An der Vernissage wurde der Zauber der Bilder vom Zauber des Klavierspiels von Marlies Walter noch verstärkt: Debussy, Schubert, Mozart - wirklich sagenhaft.
AUSSTELLUNG Kirchgemeindehaus Günsberg, Mittwoch und Freitag von 15 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr, bis 29. August. FAMILIENKALENDER «Wenn Kinder fragen»: Fr. 19.90 plus Porto. Erhältlich bei Samuel Stucki, Sonnenrainstrasse 10, 4533 Riedholz, in der Säli-Buchhandlung und in allen Weltbild-Filialen, www.weltbild.ch;
BUCH Walter Franz, Imbach Rolf, Das sagenhafte Wanderbuch - Vom Balmberg zum Weissenstein. Verlag Knapp, Fr. 27.-.